Ein Duz-Buch
21.08.2009 | 19:29 Uhr 2009-08-21T19:29:00+0200„Ilse & Trude”: Intime Einblicke in Leben und Werk der Künstlerinnen Otten und Witasek.
Auf den 108 Seiten herrscht Duz-Atmosphäre, und schon der Titel zeigt es: „Ilse & Trude” nannten Lubo Laco und Ines Wiskemann ihr Buch, in dem sie die Mülheimer Künstlerinnen „Über das Leben und die Kunst” erzählen lassen. Und das tun die beiden Damen so ehrlich, deutlich und persönlich, dass ein steifes Frau Otten oder Frau Witasek nicht gepasst hätte.
Im Jahr 2006 fragte der Fotograf Lubo Laco die damalige Mitarbeiterin im Kunstmuseum Alte Post, Ines Wiskemann, ob sie Lust hätte, Porträts über Ilse Otten und Trude Witasek zu verfassen. Ines Wiskemann sagte gleich zu. Schwieriger war es wohl, die Künstlerinnen zu überzeugen. „Es sollte kein Kunstbuch werden. Das war die Voraussetzung – sonst hätten wir nicht zugestimmt”, sagt Ilse Otten, die im Dezember 80 Jahre alt wird, und fügt dann hinzu: „Jetzt ist das Buch Kunst.”
Es vollbringt auf jeden Fall die Kunst, einen Blick ins Innere der Frauen zu gewähren. Deshalb wählte Autorin Ines Wiskemann die Interviewform. „Authentisch” nennt sie die. Und die Rede und Gegenrede, der gegenseitige Blick der Frauen aufeinander, der auch gesundheitliche Probleme nicht ausspart, lässt das Buch intim, aber nie voyeuristisch erscheinen. Lacos Bilder helfen dabei: Kunstwerke sind abgebildet, aber auch Fotos von den Interviewterminen im Saarner Haus, in dem die beiden Frauen gemeinsam wohnen. So verschwimmen Kunst und Leben, die bei Ilse und Trude sowieso untrennbar verwoben sind. Doch auch Zeit- und Gesellschaftsgeschichte lässt sich ablesen.
Komplettiert wird das Buch, das Matthias Wunderlich gestaltete und das Kunstmuseum herausgab, durch Gedichte, Kurzportäts und Grußworte von Wegbegleiterinnen. Erhältlich ist es für 14,80 Euro im Museumsshop, bei der Buchhandlung Röder und bei Hilberath & Lange.

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