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Ein Bürgerpreis für Jugendliche

22.01.2015 | 00:12 Uhr

Immer mehr Menschen gehen stiften. Sie machen sich allerdings nicht davon, sondern sie bringen sich ein, vor allem ihr Vermögen. Sie werden Stifter. Von diesem Trend profitiert auch die 2004 gegründete Bürgerstiftung. Ihr Vermögensstock beträgt mittlerweile 715.000 Euro. Rund 75.000 Euro sind allein im letzten Jahr dazu geflossen, der gleiche Betrag wurde 2014 auch für Förderprojekte ausgegeben. Unter 10.000 Euro spende eigentlich keiner, so die Erfahrung von Frank Lenz, dem Vorsitzenden des Stiftungsvorstands.

„Wir bekommen die Spendenganz bewusst. Die Menschen schätzen unsere Unabhängigkeit“, erläutert er. Mittlerweile gibt es schon in vielen Städten solche Bürgerstiftungen, aber nicht alle sind so erfolgreich wie die Müheimer. Lenz führt die positive Entwicklung darauf zurück, dass für Stifter wie Spender klar werde, welchem Leitbild man verpflichtet sei. Dazu gehöre Unabhängigkeit, vor allem gegenüber der städtischen Verwaltung. In Essen etwa sei es der dortigen Stiftung nicht gelungen, diese Distanz zu betonen. Mit der Folge, dass eben auch weniger Spenden eingenommen worden seien.

Natürlich bestünden gute Kontakte zur Stadt, aber es sei eben wichtig, so unterstreicht Lenz, dass die Grenze zwischen öffentlicher Hand und einer Initiative Einzelner, von Bürgern eben, nicht verwische. Vor allem dürfe nicht der Eindruck entstehen, es bestehe ein Automatismus, dass die Stiftung parat stünde, sobald die öffentliche Hand, wie so oft, nicht aus dem Vollen schöpfen könne.

Die Stiftung setzt eigene inhaltliche Akzente: Vor allem mit dem Bürgerpreis für junge Leute, für den jetzt auch wieder die Bewerbungsphase startet (siehe Kasten). Der Preis ist mit jeweils 3000 Euro recht hoch dotiert. Die Folge: Potenzielle Aspiranten sind eher zurückhaltend, sich zu bewerben. Sie haben Zweifel, ob sie wirklich geeignet sind. Doch hier gilt. Nur Mut.

Gerade die Förderung engagierter und talentierter Jugendlicher liege den Stiftern besonders am Herzen, betont Lenz. Er hofft auch auf die Mitarbeit der Schulen Sie sollten Jugendliche vorschlagen. Jeder, der es bis in die Endrunde schafft, bekommt eine Urkunde. Damit wird das Engagement dokumentiert und das kann sich auch im späteren Leben als nützlich erweisen. „Wir haben zu vielen Preisträgern der letzten Jahre noch Kontakt und wissen, wie ihnen diese Auszeichnung auch an anderer Stelle geholfen hat“, so Lenz.

Sebatian Sasse

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Ein Bürgerpreis für Jugendliche
Ein Bürgerpreis für Jugendliche
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http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/ein-buergerpreis-fuer-jugendliche-aimp-id10261989.html
2015-01-22 00:12
Mülheim