Ein Ausweis, der Leben rettet
26.07.2011 | 16:58 Uhr 2011-07-26T16:58:00+0200
Mülheim. Herz, Lunge, Leber oder Niere: Ein Organspender kann bis zu sieben schwer kranken Menschen helfen, wieder gesund zu werden.
Ein mobiler Stand der Techniker Krankenkasse (TK) machte Montag auf der Schloßstraße Halt, um die Mülheimer über die Organspende aufzuklären. Mit dem Wettbewerb „Von Mensch zu Mensch“ sollen möglichst viele erreicht werden. Welche Stadt hat die meisten Einwohner mit Spenderausweis? 142 Mülheimer besitzen nun einen neuen Spenderausweis.
Informieren und Ängste abbauen
Einen Monat lang sind die Mitarbeiter der Techniker Krankenkasse durch 16 Städte in NRW gereist, um an Info-Ständen über das Thema aufzuklären – in Mülheim endet die Tour. „Es geht darum, zu informieren und Ängste abzubauen“, erklärt Beate Hanak, Sprecherin der Techniker Krankenkasse. Unterstützt wird sie dabei von Ulrike Flach (FDP), Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesgesundheitsminister.
„Ob man seine Organe spenden möchte oder nicht, sollte eine freiwillige Entscheidung bleiben, niemand darf gezwungen werden“, erklärt Ulrike Flach. Die Bundestagsabgeordnete plädiert dafür, jeden Menschen bei der Ausgabe seiner Krankenversicherungskarte zu fragen, ob er Organspender sein möchte. „Auf diesem Weg würde man viele Menschen erreichen und sie könnten in aller Ruhe eine Entscheidung treffen“, so die Mülheimer FDP-Abgeordnete. Doch im Bundestag seien die Meinungen zu diesem Thema gespalten.
Bundesweit warten 12.000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ
Dabei herrschen in den Köpfen der Menschen immer noch Ängste . „Manche machen sich Sorgen, dass im Notfall nicht alles für die Rettung des Patienten getan wird“, weiß Beate Hanak. „Doch wir können diesen Ängsten entgegen wirken: Denn Organe dürfen nur entnommen werden, nachdem zwei erfahrene Fachärzte unabhängig voneinander den Hirntod des Patienten festgestellt haben.“ Dabei sei die Wahrscheinlichkeit, auf eine Organspende angewiesen zu sein, viel höher, als tatsächlich als Spender in Frage zu kommen.
Im Moment warten 3845 Menschen in NRW auf ein lebensrettendes Organ, bundesweit sind es 12 000. Doch laut einer aktuellen Forsa-Umfrage besitzen nur 25% der Menschen in NRW überhaupt einen Spenderausweis . Noch bis zum 31. Juli können Mülheimer mitpunkten und einen Ausweis in der TK-Geschäftsstelle, Viktoriastraße 20, oder im Internet erwerben: www.tk.de/landesvertretung.
09:29
Eine in Unwissenheit getroffene Entscheidung zur Hirntod-Organspende kann für das weitere Leben von Angehörigen und Empfängern schreckliche Auswirkungen haben - ganz zu schweigen von den Menschenopfern, den sogenannten Organspendern. Deshalb, helfen Sie mit die Unwissenheit zu beseitigen!
07:39
Sehr geehrte Damen und Herren,
zu Ihrem Artikel: Organspende: Ein Ausweis, der Leben rettet von Kristina Mader am 26.07.2011.
Der mobile Stand der Techniker Krankenkasse (TK) scheint Teil der Werbekampagne von DSO und BZgA zu sein, um möglichst viele Organspendeausweise an den Mann und die Frau zu bringen. Dabei ist die Rede immer noch von Organspende nach dem Tod, die es grundsätzlich nicht gibt.
Unbedingte Voraussetzung für eine tragfähige Entscheidung zur Hirntod-Organspende ist umfassende Information über Hirntod und Explantation, die DSO und BZgA nicht bieten. Lesen Sie dazu die Broschüre Organspende - die verschwiegene Seite von KAO und das Merkblatt aufgeklärte(!) Organspende von Rechtsanwalt Uwe Friedrich.
Mit freundlichen Grüßen