Easy Software verlangt eine halbe Million Euro zurück

Die Easy Software verlangt rund eine halbe Million Euro von einer ehemaligen Tochterfirma zurück.
Die Easy Software verlangt rund eine halbe Million Euro von einer ehemaligen Tochterfirma zurück.
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Was wir bereits wissen
Rund eine halbe Million Euro will die Easy Software AG von dem früheren Tochterunternehmen Easy Solutions GmbH zurück haben.

Mülheim.. Während sich der Mülheimer Software-Hersteller Easy Software unter neuer Führung inzwischen wirtschaftlich neu aufgestellt hat, beschäftigen die Aktivitäten der früheren Chefetage immer noch die Gerichte. Mit mehreren Klagen fordert die Easy Software AG von einstigen Vorständen und Aufsichtsratsmitgliedern wegen angeblicher Pflichtverletzungen rund sechs Millionen Euro.

Da ist die Klage, die gestern vor der 1. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Duisburg verhandelt wurde, noch der kleinste Fisch. Rund eine halbe Million will die Easy Software AG von dem früheren Tochterunternehmen Easy Solutions GmbH zurück haben. Beklagt ist mit dem früheren Aufsichtsratvorsitzenden Manfred W., dem ehemaligen Vorstand Josef G. und dem ehemaligen Aufsichtsratsmitglied Wolfgang G. außerdem die ehemalige Führungsriege der Easy Software AG.

Die hatte im Jahre 2000 für das Endkundengeschäft ein Tochterunternehmen namens Easy Solution GmbH gegründet und mit einer Bürgschaft ausgestattet, die zur Absicherung eines Kredits bei der Sparkasse dienen sollte. Doch obwohl die Sparkasse die Bürgschaft gar nicht zog, wurde rund eine halbe Million Euro gezahlt. Warum, das fragt sich im Moment nicht nur der Kläger, sondern offenbar auch das Gericht.

Vorwurf lautet Pflichtverletzung

Die Easy Software argumentiert, dass die Solution das auf ihre Schuld bezahlte Geld zurückzahlen muss. In der Haftung sieht sie auch die ehemaligen Entscheidungsträger, denen sie Pflichtverletzung vorwirft: Während Wolfgang W. als Hauptanteilseigner auch des Tochterunternehmens offenbar eigene wirtschaftliche Interessen in Konkurrenz zu denen der AG verfolgt habe, hätten sich Vorstand und Aufsichtsrat nie großartig mit der Sache beschäftigt.

Was die Beklagten energisch bestreiten. Mit der Bürgschaft sei verhindert worden, dass die Solution und die daran hängenden Beteiligungen in die Insolvenz gerutscht wären. Die Easy Software AG hätte das hunderte Bestandskunden im Ausland gekostet. Was die Frage, warum die Bürgschaft ohne erkennbaren Grund bedient wurde im Übrigen nicht beantwortet.

Das ehemalige Vorstandsmitglied Josef G. bestritt gestern energisch, dass sich das Kontrollgremium der börsennotierten AG die Sache zu leicht gemacht habe: „Wir haben das alles sehr sorgfältig geprüft.“

Das Gericht hätte dafür allerdings gerne irgendwelche Belege: Es habe wohl nichts mit der zu erwartenden Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns zu tun, wenn die zu Grunde liegenden Absprachen nicht schriftlich dokumentiert seien. Acht Wochen hat vor allem die Beklagtenseite nun Zeit, ihre Behauptungen näher zu belegen.