drüber-LESEN

Als gelernter Setzer und Mediengestalter ist Ulrich Holl bei der Druckerei Thierbach unter anderem für die Arbeitsvorbereitung und die Prüfung von Druckaufträgen zuständig. „Drüber lesen oder besser Korrektur lesen ist ein Nebengeschäft, aber ein wichtiges, das ich zwei bis dreimal pro Tag erledigen muss“, berichtet der 57-Jährige. Holl und seine Kollegen lesen immer silben,- und nicht wortweise, damit auch kein Buchstabe nachher an der falschen Stelle steht oder ganz fehlt. Und der Duden ist immer dabei. Doch Holl weiß, dass es manchmal auch nach sorgfältigem Drüberlesen zu Druckfehlern kommen kann, „die eigentlich nicht passieren dürfen“. Keinen Spaß verstand zum Beispiel ein Kunde, der in seinem Firmenflyer „Scheiß“,- statt „Schweißarbeiten“ lesen musste. „Auch wenn wir alle selbst erstellten Druckvolagen den Kunden vorab als PDF-Datei zuschicken, damit sie noch mal drüber lesen und die Druckfreigabe erteilen können, sind wir bei überlesenen Druckfehlern aus Kulanz dazu gezwungen, die gesamte Auflage auf eigene Kosten noch mal zu drucken“, erklärt Holl. Ob Briefpapier, Visitenkarten oder Werbebroschüren und Firmenflyer. Der Teufel beim Drüberlesen steckt immer im Detail.

Nicht nur drüber gelesen hat Holl zuletzt bei Marc Elsbergs Kriminalroman „Zero - Sie wissen, was du tust.“ In diesem Roman geht es um Datensicherheit, Datenklau und den gläsernen Bürger. „Die Lektüre des Buches war für mich hochspannend, interessant und aufschlussreich“, unterstreicht Holl.

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