Droht ein A-40-Dauerstau am Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim?

Das Rhein-Ruhr-Zentrum an der Stadtgrenze zwischen Essen und Mülheim: hier aus der Vogelperspektive und bei fließendem Autobahnverkehr.
Das Rhein-Ruhr-Zentrum an der Stadtgrenze zwischen Essen und Mülheim: hier aus der Vogelperspektive und bei fließendem Autobahnverkehr.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Der SPD-Abgeordnete Arno Klare stellt die derzeitige Planung in Frage und fordert einen sechsstreifigen Ausbau der A 40 über Essen-Frohnhausen hinaus.

Mülheim.. Was bringt ein sechsstreifiger Ausbau der A 40 zwischen Kreuz Kaiserberg und Essen-Frohnhausen, wenn im weiteren Verlauf gen Osten ein Nadelöhr bis Essen-Ost mit nur je zwei Spuren je Fahrtrichtung bestehen bleibt?

Sogar noch mehr Stau rund um das Rhein-Ruhr-Zentrum, sagt SPD-Bundestagsabgeordneter Arno Klare. Er fordert, dass der Bund kreative Lösungen suchen solle, um auf der A 40 durchgängig sechs Spuren anbieten zu können.

Wie berichtet, ist der sechsstreifige Ausbau in der Mülheimer Ost-West-Ausbreitung der A 40 vom Bund mittlerweile als besonders vordringliches Investitionsprojekt eingestuft. Frühestens 2018 könnte das Planfeststellungsverfahren dazu eingeleitet werden. Gleichzeitig trifft der entsprechende Bundesverkehrswegeplan die Aussage, dass ein entsprechender Ausbau zwischen Essen-Frohnhausen und Essen-Ost als unwirtschaftlich bewertet wird und daher bis zum Jahr 2030 kein Projekt der Bundesverkehrsplanung werden soll. Immerhin aber soll eine weitere Prüfung stattfinden, heißt es.

Informationssystem des Verkehrsministeriums

Der Mülheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Arno Klare sagt: „Da müssen wir noch mal ran.“ Er hält nichts davon, bei der Stadtdurchfahrt von Essen alles beim Alten zu lassen, beschwört gar noch eine erhöhte Staugefahr, wenn der Verkehr sich in Zukunft in Fahrtrichtung Essen kurz hinter dem Rhein-Ruhr-Zentrum von drei auf zwei Fahrspuren zusammenfügen soll.

Der dauerhafte Verzicht auf einen durchgängigen Ausbau wäre für Klare „ein verkehrskonzeptionell nicht nachvollziehbarer Schritt“. Es drohe in Frohnhausen „ein Dauerstau mit Ansage“.

Dabei ist Klare gespannt darauf, was das Bundesverkehrsministerium in dieser Sache am heutigen Montag mit dem Start der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bundesverkehrswegeplan an Informationen veröffentlicht. Ein freigeschaltetes Informationssystem will die Ergebnisse der Kosten-Nutzen-Analyse, der umwelt- und naturschutzfachlichen sowie der raumordnerischen und städtebaulichen Beurteilung aller Einzelprojekte darstellen.

Tunnel-Problematik bleibt bestehen

Klare interessiert dabei insbesondere, welches ingenieurtechnische Modell die Basis ist für die Bewertung des Bundes, der Ausbau bis Essen-Ost sei zu kostspielig. Der SPD-Politiker vermutet, dass möglicherweise nur jene Ausbauvariante geprüft worden ist mit einer zusätzlichen Fahrspur links und rechts der bestehenden Autobahn. Dann, so Klare, komme man natürlich schnell an die Grenzen, weil etwa in Holsterhausen die Wohnbebauung sehr nah an die Bahn heranrage und ein Ausbau des Tunnels in Essens Stadtmitte kaum möglich sei, weil dieser gleichzeitig als Fundament der Bürotürme von RWE und Evonik fungiere.

Klare schwebt eine andere Lösung vor, die die SPD Frohnhausen schon länger im Blick habe. So könne es eine Lösung sein, die U 18 aus der Mittellage herauszunehmen und sie auf einer „Platte“ über die A 40 zu führen. Das bringe zwar nicht die üblichen 3,5 Meter für je eine zusätzliche Spur je Richtung, aber die linke (Überhol-)Spur könne ruhig auch schmaler angelegt und für Lkw gesperrt werden. „Das ist alles nicht so einfach, aber darüber sollen sich mal Ingenieure den Kopf zerbrechen“, sagt Klare.

Die Tunnel-Problematik in Essens Stadtmitte, glaubt auch der SPD-Mann, sei indes nicht aufzulösen. Jenes Nadelöhr sei aber weniger schlimm, verweist er auf Erhebungen, die zeigen sollen, dass 40 % der West-Ost-Verkehre ohnehin schon vor dem Tunnel abfließen.