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29. Februar

Drei Mülheimer Schalttags-Mädchen namens Mia feiern "ersten" Geburtstag

29.02.2016 | 06:00 Uhr
Drei Mülheimer Schalttags-Mädchen namens Mia feiern "ersten" Geburtstag
Dreimal Mia geboren am 29.2.2012. Das Bild zeigt Mia-Elen Hagenacker, Mia-Marie Suhre und Mia Brockauf (v.l.)Foto: Oliver Müller / FUNKE Foto Services

Mülheim.   Mia, Mia und Mia: Alle drei wurden am 29. Februar 2012 im Evangelischen Krankenhaus in Mülheim geboren und feiern heute Geburtstag.

Mia, Mia und Mia könnten Drillinge sein. Geboren heute vor vier Jahren, am 29. Februar 2012, im Evangelischen Krankenhaus Mülheim. Dunkelblond, blaue Augen. Das Einzige aber, was die Familien der drei Dreikäsehochs bis zum Treffen in der Redaktion verbindet, sind Erinnerungen an Schreie. Der Kreißsaal war alles andere als schalldicht...

Streng genommen, feiern Mia, Mia und Mia heute ihren ersten Geburtstag; dabei sind sie schon seit vier mal 52 Wochen auf der Welt. Sie sind Schalttagskinder. Und ihre Familien, die sich im Gespräch schnell näher kommen, sind stolz darauf.

Schaltjahr
Felix kann endlich mal wieder Geburtstag feiern

Der Junge aus Bommern kam am 29. Februar auf die Welt. Deshalb kann er nur alle vier Jahre an diesem Datum feiern. Wie alt wird er jetzt eigentlich?

Klar, am Anfang habe man schon mit Unbehagen gedacht: Oh, dann kann das Kind ja nur alle vier Jahre feiern. „Mein Arzt hat sogar angeboten, den Kaiserschnitt um neun Stunden zu verschieben, damit Mia am 1. März kommt“, erzählt Angela Rillo. Das aber war keine Option. Und heute empfindet die 34-Jährige das Datum nur noch als „schöne Fügung“. Ähnlich sehen das die anderen: „Es ist eben außergewöhnlich“, sagt Nicola Hagenacker (39), Mutter von Mia (Elen). Es gebe kaum einen, der den Tag nicht kommentiere. So hörte Marc-Daniel Suhre (38), Vater von Mia(-Marie): „Du musst mich aber auch immer toppen.“ Das Kind eines Freundes war am 31. Dezember zur Welt gekommen; Silvester aber reichte seiner Meinung nach an einen Schalttag nicht heran.

Erste „echte“ Geburtstagsparty

In den vergangenen drei Jahren haben die Familien den 1. März zum Geburtstag gemacht. Dass der Kalender nun endlich einen echten 29. Februar ausweist, ist schöner.

Für die Mädchen habe das bislang keine Bedeutung, „Geburtstag ist halt Geburtstag“, so Angela Rillo. Doch die Eltern drehen auf. Ihre Kinder sollen hochleben. Dreimal hoch, na klar. Heute kommen zunächst die Familien. Mia (ohne Zweitnamen) feiert dann noch im Europapavillon in der Müga eine Riesenfete mit Freunden aus dem Kindergarten und der Krabbelgruppe. Mia(-Marie) macht einen Sause mit zehn Mädchen und Jungen in der Tobebox, einem Indoor-Spielplatz in Oberhausen. Und Mia (Elen) reist mit ihren sechs besten Freunden zum Gut Hixholz, einem Bauernhof in Velbert.

Mia, Mia und Mia: So viel Zufall war selten. Ehrlich gesagt, verrät Nicola Hagenacker, habe sie über den Namen auch noch mal kurz nachgedacht, als sie erfuhr, dass an jenem Tag, an jenem Ort noch weitere Mias geboren worden waren. Aber es gab einen unschlagbaren Grund für die Wahl: „Beim ersten Kuss mit meinem Mann lief das Lied ,Tanz der Moleküle’ von der Band Mia. Wir haben uns geschworen, sollten wir eines Tages ein Mädchen bekommen, heißt sie Mia.“ Angela Rillos beste Freundin zu Teenagertagen war eine Mia. Als sie erfuhr, dass sie ein Mädchen entbunden hatte („wir haben uns überraschen lassen“), stand auch ihr Entschluss unumstößlich fest.

Und bei Familie Suhre schließlich sollte der Name zu Marlon passen, dem großen Bruder, also mit M anfangen. „Er passt aber auch wunderbar zu ,Mia san Mia’ vom FC Bayern, Marlons Lieblingsverein“, findet Marc-Daniel Suhre.

Die Eltern erzählen – die Mädels lachen sich derweil kaputt. Die anfängliche Zurückhaltung ist verschwunden; ehe man bis drei zählen kann, sind sie dickste Freundinnen, klettern auf dem Redaktionstisch herum, hüpfen, plappern und kichern.

Familien wollen sich wiedersehen

In den vergangenen Jahren sei ihre Mia „zu einem sehr fröhlichen Kind herangewachsen“, erzählt Angela Rillo. Die Kleine geht seit 2014 in die Kita Lummerland auf dem Kirchenhügel. Sie malt, singt gern, mag Pferde – und vor allem Anna und Elsa aus der „Eiskönigin“.

Basteln ist die Leidenschaft von Mia(-Marie), „einem echten Mama-Kind“, wie ihr Vater sagt. Fragt man Mia, was sie mag, sagt sie „mein Schaukelpferd“. Und Tanzen. Vielleicht, so hoffen die Eltern, werde sie eines Tages das Funkenmariechen bei der KG Weiß-Grün Hoag in Oberhausen. Dort lebt die Familie heute.

Mia (Elen) geht in die Kita Arche und ist mittlerweile große Schwester von Lili (1). Sie hat einen ausgeprägten Familiensinn, sagt ihre Mutter, hängt besonders an Papa. „Lebenslustig und albern“ ist die Dritte im Bunde. Puppen und Lego nebeneinander: für sie kein Problem. Auch Bücher, Musik und Tanz machten Mia glücklich.

Was die nächsten Jahren bringen? Noch stehen da drei Fragezeichen. Die Familien wollen sich auf alle Fälle wiedersehen.

Eine halbe Stunde Action, dann war sie da

Marlon Suhres Schwester war die erste, die ihren Eltern in die Arme gelegt werden konnte: um 1.24 Uhr mit einer Größe von 53 Zentimetern und 3090 Gramm Gewicht. „Ich hatte Glück mit der Geburt, ich musste meine Frau nicht lang leiden sehen“, sagt der Vater, der sich im Krankenhaus gut auskennt, denn er arbeitet in der Leitung der Zentralambulanz. Kurz war’s, stimmt, aber ein Leiden war’s auch: „Ich habe irrsinnig geschrien und dem Arzt in den Finger gebissen“, erinnert sich Altenpflegerin Jessica Suhre (38). „Eine halbe Stunde Action, dann war sie da.“ Weltbester Lohn für die Qual war das kerngesunde Kind.

Gleiches Glück erlebten Stunden später die Arzthelferin Angela Rillo und Techniker Sascha Brockauf (36). Ab 6 Uhr in der Früh war die Mutter im Kreißsaal; wegen schlechter Blutwerte kam letztlich nur ein Kaiserschnitt in Frage. Um 16.15 Uhr war auch Mia Zwo angekommen: 2820 Gramm schwer und 51 Zentimeter lang.

Dritte Mia braucht 24 Stunden

Mia Nummer drei brauchte länger. Fast 24 Stunden lag Nicola Hagenacker in den Wehen. Die heftigen Schreie von Jessica Suhre nebenan – so viel konnten die Mütter jetzt rekonstruieren – ließen sie nach einer Periduralanästhesie (PDA) verlangen, einer speziellen Betäubung. „Es zog und zog sich.“ Papa, Michel Hagenacker (38) war zwischenzeitlich so groggy, dass er sich in der Geburtswanne schlafen legte. Um 17.23 Uhr hatte auch die Warterei für die kaufmännischen Angestellten ein Ende.

Aller guten Dinge waren nun drei im evangelischen Krankenhaus: drei süße Mias. Mia Elen maß bei ihrer Geburt 52 Zentimeter und 3560 Gramm. Ihre Eltern waren selig, in doppelter Hinsicht. Auch der Riesenburger von McDonalds, den Oma und Opa nach den Strapazen mitbrachten, machte den 29. Februar 2012 zu einem perfekten Tag.

Deike Frey

Kommentare
29.02.2016
10:58
Gut Gelungen
von Erbeck1 | #1

Alle drei sehr gut gelungen, was man förmlich sieht - Glückwunsch an die stolzen Eltern!

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2016-02-29 06:00
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