Doch keine Altenwohnungen?

Heißen..  Auf der Heimaterde herrscht Rätselraten, bei manchen Anwohnern mischt sich gar Unmut darunter. Schon die Bezeichnung „Innenraumverdichtung“ lässt nichts Gutes erahnen. Im südwestlichen Bereich der Heimaterde, im Dreieck zwischen Max-Halbach-Straße, Schwarzenbergstraße und Felackerstraße, sollen hinter den bestehenden Häusern drei Mehrfamilienhäusern mit knapp 60 Wohneinheiten entstehen.

Dabei begrüßen Anwohner wie Frank Elberzhagen die ursprüngliche Idee, auf dem Gelände weitere Altenwohnungen anzulegen. Denn die vor rund sieben Jahren eingeweihten 20 altengerechten Wohnungen in den Gebäuderiegeln an der Max-Halbach-Straße 53/55 reichen längst nicht mehr aus, eine lange Warteliste besteht.

Noch liegt kein Bauantrag vor

„Die Leute wollen auf der Heimaterde bleiben, auch wenn sie alt werden“, weiß Frank Elberzhagen. Allein, es gibt bislang nicht genügend altengerechte Wohnungen. Entsprechende Planungen gab es bereits mit dem Immobilienunternehmen Immeo, dem das Grundstück gehörte. Nun aber hat Immeo das Areal verkauft – und seitdem scheinen sich die Pläne zu ändern. Auf einem großen Immobilienportal im Internet wird die Anlage, die auf dem Grundstück entstehen soll, beworben als „Bauvorhaben, das sich über drei Wohnhäuser in zweigeschossiger Bauweise mit jeweils 19 Wohneinheiten erstreckt, in dem Eigentumswohnungen mit gehobenem Komfort entstehen“ sollen.

Zwar werden auch Wohnungen mit einer Größe von rund 50 qm beworben, aber ebenso größere Einheiten mit bis zu 151 qm. Für den Heimaterdler Frank Elberzhagen deckt sich das nicht mehr mit den Anforderungen an Altenwohnungen: „Alte Menschen brauchen diese Wohnungsgrößen nicht“, meint Elberzhagen. Fraglich sei ebenso, ob ältere Heimaterdler die Summen für die gehobenen Eigentumswohnungen aufbringen könnten. Zudem sieht Elberzhagen den geltenden Bebauungsplan umgangen. Denn dieser setzt die Fläche ausschließlich für Personen mit besonderem Wohnbedarf, hier Altenwohnungen, fest.

Bei der Stadt weiß man um die Verunsicherung der Heimaterdler durch die von der Volksbank Immobilien Rhein-Ruhr GmbH beworbene Bauplanung. Allerdings sagt Felix Blasch, stellvertretender Amtsleiter für Stadtplanung und Bauaufsicht: „Uns liegt kein Bauantrag für diese Planungen vor. Deshalb sind wir als Stadtverwaltung noch nicht involviert.“ Doch Blasch kann einige der Befürchtungen minimieren: „Wir würden für dieses Gebiet nur einen Bauantrag genehmigen, der ausdrücklich eine Planung für Altenwohnungen vorsieht. Die Planungen beziehen sich zwar noch auf das Projekt von Immeo, aber auch der neue Besitzer muss sich an die Festsetzung im Bebauungsplan halten.“

Weder die Volksbank Immobilien Rhein-Ruhr GmbH als Vermarkter des Bauvorhabens noch die Unternehmensberatung mit Sitz in Essen, die für den neuen Besitzer des Grundstücks tätig ist, war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme zu erreichen.