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Diskussionsbedarf

13.09.2007 | 11:04 Uhr

Projekt "Reichtum des Alters" vom Theater Mülheimer Spätlese will öffentlichen Diskurs anregen.Gesprächsrunden dienen als Rohmaterial für das neue Stück des Ensembles

Fit und leistungsfähig oder krank und gebrechlich? Kaufkräftige ältere Generation oder arm im Alter? Sinnvolle Ehrenamtler oder Lückenfüller für leere Kassen? Viele Sichtweisen prägen unterschiedliche Altersbilder. Das neue Projekt "Reichtum des Alters" vom Theater Mülheimer Spätlese will sie alle beleuchten und wird dabei von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW gefördert.

"Wir entwickeln unsere Stücke selbst und widmen uns auch sozialen Themen, das sind unsere Markenzeichen", sagt Eckhard Friedl, Leiter des "Seniorentheaters". Während das 30-köpfige Ensemble für gewöhnlich gemeinsam Hintergrundinformationen zur Thematik eines Stücks zusammenträgt, will es nun öffentliche Diskussionen initiieren. Unter Leitung von Moderator Helmut Rehmsen (WDR) sind Experten und alle interessierten Bürger an vier Abenden eingeladen, über Wohnen, Gesundheit, Engagement und Wohlstand im Alter zu diskutieren.

Nach der öffentlichen Auseinandersetzung folgt die interne: "Wir werden die Diskussionen auswerten, die unterschiedlichen Altersbilder herausarbeiten und daraus ein Stück entwickeln", sagt Friedl. Allerdings werde dies keine konkreten Antworten geben. "Das können wir nicht leisten, wir können die Fragen nur vertiefen und ihnen einen neuen Dreh geben", meint Friedl. Doch bei aller Bescheidenheit hat sich das Ensemble dennoch ein festes Ziel gesetzt: Das negativ geprägte Altersbild positiv besetzen.

Angetan von der Idee, Kultur und Soziales zu verbinden, erhofft sich Ursula Jakobs, Geschäftsführerin des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Mülheim, neue Zugänge, um wichtige soziale Themen zu transportieren. "Die klassische Art, wie zum Beispiel durch Fachforen, reicht nicht mehr aus", meint Jakobs. Auch Volker Köster konnte für die Idee begeistert werden. Der Filmemacher wird das gesamte Projekt mit der Kamera begleiten und daraus einen Dokumentarfilm produzieren.

Das Ergebnis des gesamtes Projekts sei vom Prozess abhängig, so Friedl. "Und den können ganz viele Bürger mitgestalten". Auch Jüngere seien aufgefordert, sich an den Diskussionen zu beteiligen. "Sie betrifft das Thema genauso", betont Friedl, "man bedenke nur die Diskussion um frühzeitige Altersvorsorge".

Die Diskussionsveranstaltungen finden am 5. Oktober in der Stadthalle (Wohnen), am 18. Oktober im Evangelischen Krankenhaus (Gesundheit), am 8. November im Ringlokschuppen (Engagement) und am 22. November in der Sparkasse am Berliner Platz (Wohlstand) statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr.

Von Laura Engels

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