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Die Zisterzienserinnen sind zurück

23.10.2008 | 19:10 Uhr

200 Jahre ist her, dass die letzten Nonnen Kloster Saarn verließen, nun sind wieder welche da. Zwei an der Zahl, allerdings nur für ein Wochenende. Und sie sind begeistert. „Beeindruckend, wieviele Menschen dazu beitragen, dass dieser Ort lebt. Das hat sich auch schon bis Rom herumgesprochen”, sagt Schwester Mirjam, Äbtissin des Klosters Marienkron im österreichischen Burgenland und nicht von ungefähr hier.

 Denn Schwester Mirjam wurde vor gut 49 Jahren als Margot Christine Dinkelbach in Mülheim geboren. Die Äbtissin wird heute Nachmittag anlässlich der feierlichen Einweihung des Saarner Klostermuseums sprechen und am Wochenende beim Klosterfest aus dem Leben einer Äbtissin von heute berichten. Als Begleitung aus ihrem Kloster hat sie Schwester Emmanuela mitgebracht, eine gebürtige Essenerin. Das Saarner Kloster kennt Schwester Mirjam noch aus ihrer Kinderzeit, auch wenn die Familie nach Düsseldorf gezogen ist, als sie vier Jahre alt war. „An jedem Wochenende, samstags oder spätestens sonntags, haben wir Oma und Opa an der Dohne besucht. Da sind wir jedesmal hier vorbeigefahren.” Aus der Ferne, inzwischen Nonne im Kloster Marienkron, das sie seit 2001 als Äbtissin leitet, verfolgte Schwester Mirjam das Geschehen um das Kloster weiter, auch weil dort früher jener Orden zu Hause war, dem auch sie angehört. Ihre Mutter, die schon länger wieder in Mülheim lebt, schickte ihrer T´ochter regelmäßig Zeitungsausschnitte mit den neusten Nachrichten übers Saarner Kloster nach Österreich. Dabei wäre es geblieben, wenn nicht ein Zufall Mutter Dinkelbach mit Hans-Theo Horn zusammengeführt hätte. Der frühere Kulturdezernent der Stadt engagiert sich seit vielen Jahren im Verein der Freunde und Förderer für die Klosteranlage und ist auch maßgeblich an der Konzeption des Museums beteiligt. Horn bot an, durchs Kloster zu führen und einige Zeit später ergab sich die Gelegenheit, als Schwester Mirjam auf Heimatbesuch weilte. Seither besteht ein regelmäßiger Kontakt. Schon im vergangenen Jahr war sie zur Eröffnung der Nonnenpforte hier. Für sie schließe sich hier ein Kreis, sagt die Äbtissin, die in Österreich ein Kloster mit 13 Ordensschwestern leitet, dem ein 4-Sterne Hotel mit 140 Zimmern angeschlossen ist. Dass an dem Ort, wo sie geboren sei, ein Zisterzienserinnenkloster stehe, betrachtet sie fast als ein Wunder. Ob sie sich, rein theoretisch, vorstellen könnte, hier eine Dependance zu eröffnen? „Sofort”, sagt Schwester Mirjam ohne zu zögern, aber leider sei ihr Konvent zu klein.

Von den Aufgaben und dem Alltagsleben einer Äbtissin berichtet Schwester Mirjam anlässlich der Museumseröffnung am Samstag und Sonntag jeweils um 14.30 Uhr in der Saarner Klosterkirche.

Jacqueline SIEPMANN

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