Die Übergänge sind fließend
24.05.2009 | 16:33 Uhr 2009-05-24T16:33:00+0200Das Hotel Hopfen-Sack ist auch Stammkneipe, Restaurant und Jazz-Club. Da ist beim Personal Flexibilität gefragt.
Der Empfang ist die Theke. Gläser für Bier, für Wein, für Limo stehen griffbereit im Regal dahinter, gleich nebenan reihen sich Flaschen mit farbenfrohem, alkoholischem Inhalt aneinander. Wie in einer normalen Kneipe eben, wäre nicht der Schrank ganz links. Hinter dessen Türen hängen Schlüssel, durchnummeriert und sortiert, für die 24 Zimmer des Hotels „Hopfen-Sack”. Die Übergänge sind an der Kalkstraße fließend: Zum „Service” gehört dort Tresenplauderei, Zimmerkontrolle und „manchmal auch eine Party im Jazz-Club zu schmeißen”. An dieser Rezeption ist die Uniform eine Schürze.
Die Kneipe war zuerst da. Erst nach und nach wurde zu den angrenzenden Häusern durchgebrochen und Wohnungen in Hotelzimmer umgewandelt. Über drei Gebäude erstreckt sich der Hopfen-Sack inzwischen, und will man von der Gaststätte zum frisch renovierten Doppelzimmer in der obersten Etage, muss man nicht nur mehrere Hausflure durchqueren, sondern auch noch leichte Höhenunterschiede überbrücken. Verwirrende Wegeführung für Erstbesucher, doch Servicemitarbeiterin Viola Tekath leitet sicher durch die Gänge. Immerhin gehören Kontrollgänge zu ihren Aufgaben. Ob die Betten bezogen und die Handtücher verteilt sind, prüft sie da, ob genug Klopapier da ist, ob auch auf der Heizung Staub gewischt wurde, ob auf den Kopfkissen ein Tütchen mit Weingummi liegt, ob die Zimmer richtig belegt sind und und und. „Wie das in Hotels eben so ist”, sagt Viola Tekath und beschreibt damit eben nur einen Teil ihrer Aufgaben.
Denn es sind überwiegend Geschäftsreisende, die sich im Hopfen-Sack einmieten. Von montags bis freitags sorgen sie für volle Zimmer. Am Wochenende wird es da ruhiger. „Ein paar verirrte Radfahrer”, sagt Betriebsleiterin Eva Kupich, belegten dann die Zimmer. Dafür wird es dann unten voller: Der Jazz-Club lädt freitags in den Kellerräumen regelmäßig zu Konzerten, geschlossene Gesellschaften reservieren, der Restaurantbetrieb läuft, Stammtische treffen sich. Und dann schiebt Viola Tekath das Reservierungsbuch unter den Tresen, damit die Stammgäste oben drauf knobeln können.
„Flexibilität”, sagt Betriebsleiterin Eva Kupich, müssten die elf Angestellten und neun Aushilfen regelmäßig beweisen. Ein Kneipenbetrieb sei eben anders als der Hotelalltag, da muss man sich schnell umstellen können. Dennoch setze man in dem kleinen Hotel auf persönliche Ungezwungenheit und engen Kontakt. „Man muss sich viel merken”, betont Eva Kupich. „Wenn ein Gast mehrfach kommt, kann er erwarten, dass wir uns merken, was er bestellt.” Die Stammgäste nehmen Platz und das Standardgetränk wird schon eingeschenkt. „Das ist bei uns ein ungeschriebenes Gesetz.” Wie in der Stammkneipe eben.

02:14
Nee.watt ne schöne und kostenlose (?) Werbung.
Und denken (merken) müssen die auch noch.
Hoffentlich klappt auch alles.