Die Stadt wird durchsichtig

Präsentieren den Online-Atlas: Volker Kersting, der Leiter des Referates Stadtforschung und Statikstik (li.), und Dezernent Ulrich Ernst.
Präsentieren den Online-Atlas: Volker Kersting, der Leiter des Referates Stadtforschung und Statikstik (li.), und Dezernent Ulrich Ernst.
Foto: Lars Heidrich / FUNKE Foto Service
Was wir bereits wissen
Daten aus der Stadt und der Bevölkung sind jetzt im Online-Atlas abrufbar. Karten und Diagramme veranschaulichen die Fakten. Die Nutzung ist kostenlos.

Mülheim.. „Unsere Daten, Erhebungen und Erkenntnisse sind kein Geheimnis. Darum soll sie jeder nutzen können.“ Mit dieser klaren Ansage gibt Beigeordneter Ulrich Ernst die bisher elektronisch aufbereiteten Daten der Stadtverwaltung frei. Diagramme, Karten oder Vergleichswerte sind jetzt im „Online-Atlas für die Öffentlichkeit“ abrufbar. Mülheim gehört damit zu den Pionieren der Daten-Durchsichtigkeit im Internet. „Wir starten mit einem ersten Paket an Zahlen und werden das Portal laufend ergänzen sowie aktualisieren“, fügt Volker Kersting, Referatsleiter Stadtforschung und Statistik, hinzu.

Wer beispielsweise wissen möchte, wie viele Kindergärten es in seinem Stadtteil gibt oder wie groß der Anteil Jugendlicher in der Nachbarschaft ist, der findet diese Werte im Online-Atlas. „Entweder als Darstellung mit Punkten auf der Mülheimkarte oder als Balkendiagramm“, erklärt Kersting. Kinder, deren Familie von Sozialhilfe leben, sind fast gar nicht in Sportvereinen aktiv. In Holthausen, wo Statistiker bessere Einkommen verzeichnen, geht fast jedes Kind zum Vereinssport. „Wer diese Zahlen kombiniert oder gegenüberstellt, erkennt, wo die Stadt helfen und gegensteuern muss“, sagt Dezernent Ernst. „Das macht nicht nur die verschiedenen Lebensbedingungen der Kinder transparent.“

Abrufung mit dem Smartphone möglich

Wer wissen möchte, wie stark Speldorfs Straßen mit Abgasen belastet sind, wird das bald ebenso im Online-Atlas finden. Für den Mathe- oder Politikunterricht ergeben sich jetzt direkte Zugriffsmöglichkeiten. Wen die Bevölkerungsentwicklung interessiert, findet dazu reichlich Zahlen und Diagramme.

Die Idee für den Online-Atlas hatten die Stadtstatistiker bereits vor Jahren „Es gab damals ein Projekt der ,Bertelsmann Stiftung’, in das wir viel Entwicklungsarbeit hineingesteckt haben“, so Ulrich Ernst. „Darum dauerte es länger, bis wir mit dem Ergebnis gut leben konnten“, ergänzt Volker Kersting.

Stadt und Stiftung haben mit Hilfe der Firma „Itao“ alle Informationen in den elektronischen Ortsatlas eingespeist. Sie sind mit Karten und Grafiken sofort auf dem Bildschirm darstellbar. Jeder kann das mit dem Haus-Rechner oder einem Tablet-Computer abrufen und herunterladen. Adleraugen nehmen dafür auch ihr Smartphone.

Hätte man auf Mülheims Internetstartseite unter „Bürgerservice“ direkt Zugriff auf den „Online-Atlas“, würde das umständliches Suche ersparen. Bekommen die Stadtelektroniker das programmiert? Die Bürger fänden das toll.

„Unser Online-Altlas ist keine Einbahnstraße“, betont Volker Kersting. Weiter Anregungen zum Verbessern der Nutzung an: klaus.
thoer@muelheim-ruhr.de oder
volker.kersting@muelheim-ruhr.de