Die Stadt Mülheim soll ihre VHS in die Denkmalliste bringen

Die VHS Mülheim
Die VHS Mülheim
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Was wir bereits wissen
Die Denkmalbehörde des LVR fordert die Stadt auf, bei der Eintragung der VHS in die Denkmalliste zu helfen. Die Stadt wollte bis vor kurzem abreißen.

Mülheim.. Die Denkmalbehörde des Landschaftsverbandes Rheinland will das denkmalrechtliche Verfahren der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Mülheim übertragen. Das könnte für einen neuen Konflikt sorgen, denn begeistert ist man im Rathaus darüber keineswegs. Die Stadtverwaltung Mülheim hatte vor kurzem noch den Abriss der VHS auf dem Plan.

Die obere Denkmalbehörde beim LVR war nach ersten Prüfungen und Besichtigungen zu dem Ergebnis gekommen: Das Bauwerk aus den 70er Jahren hat nicht nur Charme, es ist ein erhaltenswertes Bauwerk seiner Zeit. Eine Bürgerinitiative „zur Rettung der VHS“ hatte gemeinsam mit den Mülheimer Bürgerinitiativen (MBI) vor einem Jahr den Denkmalschutz eingeschaltet, als die Stadt sich mit dem Grundstück für die Ansiedlung der Sparkassen-Akademie an der Stelle beworben hatte.

Hohe Beiträge für die LVR

Leider, so schreibt der LVR, sei man nicht in der Lage, zeitnah den Eintragungstext zur VHS für die Denkmalliste zu formulieren und bitte daher die Stadt, dies zu übernehmen. Im Übrigen sei man überzeugt, dass die Stadt Mülheim das Verfahren weiter betreibe und für den Erhalt der VHS Sorge tragen werde.

Im Rathaus können viele den Denkmalwert nicht nachvollziehen. Erst recht tut man sich schwer mit der Vorstellung, erst für den Abriss zu plädieren und ein halbes Jahr später die Eintragung in die Denkmalliste voranzutreiben. „Wir nehmen die Aufgabe nicht an, auch wir haben die Kapazitäten dafür nicht“, erklärt Stadtsprecher Volker Wiebels. Außerdem zahle die Stadt jährlich einen hohen Beitrag an den LVR.

Aus Sicht der MBI, die den Denkmalschutz weiterhin fordert, dürfte das Verfahren für die Stadt kein Problem darstellen. Es lohne sich nicht, so Fraktionschef Lothar Reinhard, die Eintragung verzögern: „Wir haben in der Stadt nach wie vor keine Alternative zu diesem Bauwerk.“ Berechnungen der Stadt und von Gutachtern hatten ergeben, dass zum Erhalt des jetzigen VHS-Standortes Beträge zwischen sechs und 16 Millionen Euro in das Gebäude investiert werden müssten. Das Geld steht in dem Umfang nicht bereit.