Die neuen Nachbarn
29.12.2009 | 19:51 Uhr 2009-12-29T19:51:00+0100Dass ihr neues Jahr ein gutes wird, ist für Familie Pust-Gehrmann bislang nur eine Hoffnung, mit vielen Unbekannten. Was die Drei wissen: Es beginnt mit einem Umzug, und darauf freuen sie sich.
Am 9. Januar wollen Jürgen Pust-Gehrmann (45), Marion Gehrmann (46) und der 16-jährige Stefan ihre Wohnung an der Aktienstraße in Essen-Bedingrade hinter sich lassen und ihren Hausstand zum Platz am Entenfang holen. Hier haben sie zwei teilmöblierte Mobilheime gekauft, die nur wenige Meter auseinander liegen: eins für die Eltern, eins für den Sohn. Die Familie scheint einig: „Wir drei haben festgestellt”, formuliert Marion Gehrmann, „dass das Stadtwohnen nicht unsere Welt ist.” Derzeit teilen sie ein Haus mit acht weiteren Mietparteien, ihr Wohnmobil, mit dem sie viel unterwegs sind, stand bislang am Rand der lauten Straße. „Uns fehlt die Natur”, ein Balkon ersetzt nicht den Gang nach draußen. Pust-Gehrmanns lebten lange ländlich: in der Gemeinde Bönen, südlich von Hamm. Von hier pendelte Jürgen täglich nach Duisburg, wo er als Industriemechaniker bei Thyssen tätig ist. Dann wurde seine Mutter in Borbeck pflegebedürftig – um in ihrer Nähe zu sein, gaben sie vor einem Jahr das eigene Haus in Bönen auf. Nach ihrem Tod sehen die Pust-Gehrmanns keinen Grund mehr, im Dunstkreis der Aktienstraße zu bleiben. Für ein Nurdach-Haus interessierten sie sich und stießen, als sie im Internet suchten, per Zufall auf das „Freizeitdomizil Entenfangsee”. Die erste Ortsbegehung war ein Sonntagsspaziergang über den Platz und in den Wald, durch den sie bald auch mit Nordic-Walking-Stöcken marschieren möchten. Später fuhren sie mit dem Wohnmobil vor und übernachteten zur Probe: Ob der Platz nicht zu laut sei? Die enge Nachbarschaft, die strenge Platzordnung schreckt sie nicht: „Wir sind durch unser Wohnmobil eh mit dem Camping verbunden, damit kann man sich schnell anfreunden.” Im Juli hätten sie sich zum Umzug an den Entenfang entschlossen, sagt Jürgen Pust-Gehrmann. Die Entscheidung fiel leichter als die Suche nach einem leerstehenden Haus bzw. zweien, die dicht beiein-ander liegen. Als sie schließlich etwas Passendes gefunden hatten, war arg viel auszubessern und zu verschönern. Der Renovierungsstress hält an, doch der Umzug am übernächsten Samstag werde „klein” ausfallen, schätzt die Familie. Das große Aussortieren liege ja schon hinter ihnen: damals, als sie das Eigenheim in Bönen aufgaben. „Trennen”, meint Marion Gehrmann, „müssen wir uns nur noch von unwichtigen Sachen. Wir geben ein paar Schränke ab und beschränken uns auf die Dinge, die wir wirklich brauchen. Man kann eben nur aus einem Glas trinken.” Auch Stefan, der bislang geschwiegen hat, sieht dem geplanten Umzug offenbar gelassen entgegen: „Ganz gut” kommentiert er knapp den Wohnortwechsel. Dabei wird er noch mindestens ein halbes Jahr lang die Realschule in Essen-Borbeck besuchen. Und seine besten Freunde sind sowieso in Bönen geblieben. Zu Weihnachten bekam der 16-Jährige, der den Führerschein fürs Leichtkraftrad besitzt, eine kleine Honda. Ein Geschenk, das dem Familienfrieden bestimmt nicht schadet.
"Das ist hier wie ein kleines Dorf"
Im Büro von Dietlinde Warner stehen Weihnachtssterne, umrankt von goldenen Girlanden, die Heizung gibt alles und die 60-Jährige auch – um jeden freundlich zu empfangen. Seit Ende der 80er Jahre arbeitet die gelernte Industriekauffrau an der Rezeption des Campingplatzes. Einige Jahre zuvor war sie selber in ein Mobilheim gezogen, mit Ehemann und kleinem Kind.
Am Entenfang muss zu jeder Stunde jemand erreichbar sein, und dafür sorgen nicht selten die Warners. Nehmen wir den Heiligen Abend: Da war das Büro bis 12 Uhr mittags geöffnet und Dietlinde Warner hinter der Theke ansprechbar. Anschließend legte sie eine Rufumleitung aufs Handy, um mit ihren Lieben zu Hause feiern zu können. Ein Bereitschaftsdienst, der – wie Dietlinde Warner erklärt – nicht bezahlt werde. Geld gebe es nur bei Anwesenheit am Arbeitsplatz: „Wir machen es trotzdem, für die Leute.” Zum Glück störte an Heiligabend kein Anruf die Familienfeier – ruhig blieb auch die Nachtschicht ab 23 Uhr, die ihr Mann übernahm.
Hochaufregende Zwischenfälle hat Dietlinde Warner natürlich auch schon erlebt: So kam es mehrfach vor, dass ein Rettungshubschrauber auf dem Platz landen musste, um einem Schwerkranken erste Hilfe zu bringen, wenn im Sommer alle Zufahrtsstraßen vollgeparkt waren. Erst vor etwa einer Woche, berichtet Dietlinde Warner, habe sich ein besorgter Mieter bei ihr gemeldet: Beim Nachbarn brenne schon länger Licht im Bad, doch wenn man klopfe, öffne niemand. „Über zwei Ecken” sei es ihr gelungen, den Sohn des alten Herrn anzurufen. Und als die Tür zum Mobilheim aufgebrochen war, zeigte sich: Der Mann war gestürzt und lag seit anderthalb Tagen hilflos da. Nun endlich kam er ins Krankenhaus. „Das ist hier wie ein kleines Dorf”, sagt Dietlinde Warner. Sie meint es im positiven Sinne.
Silvester wird am Entenfang kräftig gefeiert, doch wegen der hölzernen Häuser ist das Zünden von Böllern und Starten von Raketen auf dem Gelände verboten. Allerorts mahnen Schilder daran, und in den Stunden des Jahreswechsels wacht der Nachtdienst besonders. „Wir gehen zum Knallen auf die Straße”, sagt Dietlinde Warner, „und die jungen Leute zum Sandstrand am See.” Sicher auch diesmal wieder.

17:11
Hallo Kolobzeg,
hallo Elli,
ich muss meinen Senf jetzt auch einfach mal zu Ihrem Disput dazu geben, den ich diesen nun schon seit einiger Zeit verfolge.
Ich bin auch sehr an einem Mobilheim am Entenfang interessiert und finde es auch nicht sonderlich prickelnd, dass Herr Fischer bei jedem Verkauf 5.000,00 € kassiert. Das ist wirklich ein Knackpunkt, der mich doch sehr nachdenklich stimmen lässt und auch abschreckt, ob ich diesen Schritt nun wagen soll oder doch nicht. Im Endeffekt wären es 10.000,00 €, die ich dem Herrn mehr oder weniger schenke. Und das ist für mich eine Menge Geld. da ich der Meinung bin, dass die wirklich gute Lage des Platzes sehr wohl schon mit der recht hohen Pacht abgegolden ist, finde ich dies auch kein faires Vorgehen. Allerdings fand ich es bisher immer sehr nett da und alle Leute, die man so trifft, auch sehr aufgeschlossen. Wenn man sich also wirklich interessiert und nachfragt, dann bekommt man auch die nötigen Infos. Deshalb muss ich Elli recht geben; es ist jedem selbst überlassen, sein Leben so zu gestalten, wie es einem passt und wir leben in einem freien Land; auch ein Kobobzeg kann also gerne wo hinziehen, wo es ihm passt... Auf manche zukünftige Nachbarschaft kann man gut verzichten. Nicht grundlos wohnen auf diesem Platz Menschen schon seit 30 und mehr Jahren und sind sehr zufrieden damit!
21:35
entenfang mülheim ruhr Fischer freizeit camping -mobilheime das sind hinterlistige abzocker..
12:31
ach kolobzeg lass doch das Meckern und wohn da wo du hingehörst...
11:35
Es scheint so, dass jetzt einige wach werden, wie schön. Nicht wahr Elli Dallas?
Nach Meinung mehrerer Anwälte grenzt die Azocke an Nepp . Diverse Anzeigen hierzu sind in Vorbereitung!
Frau Lehmann scheint ja wohl von den Abzockern geschmiert zu sein, sonst kann ich mir diese einseitigen Berichte nicht erklären. Oder?
11:18
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11:52
alles nur schönrederei ..abzocke vom herrn fischer