Die gute Arbeit zählt nicht mehr

Es ist schlimmer als befürchtet. Erst waren es 450 Stellen, dann ließ Siemens durchblicken, dass bis zu 900 Arbeitsplätze in Mülheim wegfallen werden. Und nun sind es gar 952 Jobs, hinter denen 952 Familien stehen, die sich nun fragen: Wie geht es für uns weiter? Die Antwort blieb der Konzern gestern schuldig. Wie erwartet. Siemens gibt sich zugeknöpft, was Details angeht und fährt damit eine Strategie, die es dem Betriebsrat nicht einfacher machen wird, mit der IG-Metall um einen sozialverträglichen Abbau zu kämpfen. Denn so bitter das auch ist: Nur darum wird es gehen. Zu hoffen, dass der Konzern von seinen Plänen absieht, die Generatorenproduktion zu verlagern wäre blauäugig. Das Know-how, das die Mitarbeiter hier am Standort haben, die gute Arbeit, die sie seit Jahren leisten und auch vom Unternehmen bescheinigt bekommen, zählt in diesen Tagen nicht, wenn es um Gesamtzahlen geht. Siemens beendet gerade eine Wirtschaftstradition der Stadt: Was mit der Kraftwerk Union in den 60er Jahren begann, endet im Strudel der Energiewende.