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Musik

Die große Disharmonie

14.02.2010 | 15:34 Uhr

Krisenstimmung hatten die Mitglieder des Mülheimer Musiker-Stammtisches ausgerufen, weil ihnen Auftrittsmöglichkeiten fehlen. Nun sprang ihnen Kinderliedermacher Suppi Huhn bei. Allein wegen der wirtschaftlichen Not der Kommune werde es schwieriger, auskömmlich aufzutreten.

Jede Menge Raum für Live-Musik hingegen sieht Peter-Michael Schüttler; man müsse sich nur selbst kümmern.

Geärgert hat sich Schüttler schon früh über die Klagen des Musiker-Stammtisches — und das in doppelter Hinsicht. Denn Schüttler arbeitet nicht nur beim Kulturbetrieb der Stadt, er ist auch Mitglied der „Regler Produktion“, die seit einigen Jahren für Live-Musik auf der Freilichtbühne sorgt. Immerhin rund 30 Konzerte unter freiem Himmel organisiert die Truppe, „und wir achten darauf, dass ein Drittel der Bands aus Mülheim kommen“, betont er.

Damit reihe sich die Bühne an der Dimbeck in eine lange Liste von Musizierstätten ein. Aber: „Wenn man als Musiker in Mülheim spielen will, muss man sich bewegen. Es ist nicht die Aufgabe des Kulturbetriebs, alle Hobby- und Spaßmusiker der Stadt aus ihren Löchern zu holen und auf die Bühne zu stellen.“

Peter Breuer sieht das gänzlich anders: „Ich will mich nicht anbieten, wie ein Freudenmädchen und sagen: Bitte, bitte, ich spiele auch für 50 Euro.“ Das Mitglied des Musiker-Stammtisches, der seit Jahrzehnten bei den „Janker’s“ musiziert, wünscht sich vielmehr, dass die Band mal wieder eingeladen wird, in Mülheim zu spielen. „Wir haben Auftrittsmöglichkeiten, das ist nicht das Problem. Wir geben etwa 15 Konzerte im Jahr, aber eben die meisten nicht in Mülheim.“ Denn auch wenn er und seine Bandkollegen „ganz sicher nicht die dicke Kohle“ machen wollen, ganz umsonst möchten sie sich auch nicht auf die Bühne stellen. Vom früheren Brunnenfest schwärmt er dann gleich, denkt an „mordsmäßige Stimmung“. Heute sei die Szene für die Generation „von 30 bis 60 komplett tot“.

Die Debatte geht weiter. Nächste Station ist der Musiker-Stammtisch am 18. Februar um 19 Uhr in der Gaststätte vom Reiterhof Uhlenhorst, Broicher Waldweg 183a. Kulturdezernent Peter Vermeulen und Schüttler haben ihren Besuch angekündigt.

jul

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Kommentare
17.02.2010
10:09
Die große Disharmonie
von fender79 | #10

Gediegen finde ich übrigens den nächsten Stammtisch-Treffpunkt:
Gaststätte vom Reiterhof Uhlenhorst

DAS IST MÜLHEIMER ROCK N ROLL

17.02.2010
09:45
Die große Disharmonie
von fender79 | #9

Vielleicht sollten es die Mülheimer Künstler mal mit Talent und Initiative versuchen, anstatt nur in die Kissen zu heulen.
Diese Debatte höre ich seit 30 Jahren in Mülheim und es sind am Rande immer die üblichen Verdächtigen, die dann Goldgräberstimmung schnuppern.

16.02.2010
12:45
Die große Disharmonie
von VertrauenMussManSichVerdienen | #8

Meine Erfahrung ist eigentlich die, dass viele Gastwirte Live Musiker suchen (werde öfter mal angesprochen). Aber man muss auch was bieten können, denn auch bei den Gastwirten ist der Anspruch mitleiweile gestiegen und nicht jeder, der mit drei Akkorden und Knocking on heavens door anfragt wird gebucht. In Oberhausen und Mülheim gibts auch Offene Bühnen (z.b. in der Fuente an jedem 2ten Donnerstag im Monat - Termine findet man im Internet) wo wirklich jeder auftreten kann - allerdings ohne Gage.
Nur den Status, dass die Stadt auf jemanden zu kommt und man gefragt wird ob man wo spielen möchte, dass muss man sich reglich verdienen.
Und wie Heinz Erhardt mal so schön sagte:Nicht jeder der die Bretter der Welt erklimmt, merkt, dass er auf dem Holzweg ist.

16.02.2010
12:43
Die große Disharmonie
von joatiat | #7

Nachtrag, einen kleinen teil habe ich natürlich mit meinem Beitrag in den Hut bezahlt. :-))

16.02.2010
12:42
Die große Disharmonie
von joatiat | #6

„Wenn man als Musiker in Mülheim spielen will, muss man sich bewegen. Es ist nicht die Aufgabe des Kulturbetriebs, alle Hobby- und Spaßmusiker der Stadt aus ihren Löchern zu holen und auf die Bühne zu stellen.“

Dem ist eigentlich nichts hinzu zu fügen, außer vielleicht der Frage: Welche Richtung spielen die Janker s ?
Ich muss jetzt leider zugeben, mir ist der Name vollkommen fremd, obwohl ich immer schon in Mülheim wohne und eigentlich dachte, ich kenne mich mit den örtlichen Kapellen einigermaßen aus.

Und einmal noch zu den Gagen, das ist doch recht einfach, Markt, Angebot und Nachfrage. Man kann noch so toll spielen, wenn einen keiner hören will, Shit happens.
Auf der anderen Seite konnte ich in den letzten Jahren 2 mal Joscho Stephan, einen Weltklassegitarristen an der Dimbeck hören.
Zusammen mit Leuten, die stundenlang gefahren sind, um das Konzert zu genießen.
Obwohl, wer hat das denn eigentlich bezahlt ?

15.02.2010
22:08
Die große Disharmonie
von kluesen | #5

es gibt halt nicht nur moll-akkorde im musiker-leben :

1. geht es um proberäume ?
2. geht es um auftrittsmöglichkeiten?
3. geht es um wertschätzungen und
befindlichkeiten ?
4. geht es um subventionen ? warum- wieso?weswegen?
5.geht es um kulturelle,hier:musikalische, vor allen dingen nachhaltige infrastruktur im sinne des musikkonzerterlebnisses ?
6. hat der erwähnte musiker-stammtisch sich vergegenwärtigt, mit welchen kosten ein veranstalter bei einem live-konzert neben der künstlergage in nicht unwesentlichem masse zu rechnen hat? ...fängt mit G an und hört mit A auf ....

das thema ist mit sicherheit wichtig , aber eine
pauschale, effekthascherische schelte/forderung in richtung die stadt tut nichts verkennt die realität und beraubt einem die eigene verantwortung!

freu mich auf ein nettes gespräch.....

15.02.2010
15:33
Die große Disharmonie
von Kriddj | #4

Kein Veranstalter, sei es eine Kommune, Agentur oder Wirt, kann es sich leisten, Künstlern eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten, die nicht die Gageannähernd wert sind. Es gilt nach wie vor: Gefragt ist, was ankommt. Ich finde, für den Nachwuchs bestehen genügend Möglichkeiten sich zu präsentieren und man wird halt nicht engagiert, wenn man nur eine Gitarre richtig herum halten kann. Oft hilft auch üben, üben, üben .......

15.02.2010
11:10
Die große Disharmonie
von Red | #3

„Ich will mich nicht anbieten, wie ein Freudenmädchen... - Hallo??? Auftritte an Land zu ziehen gehört für Künstler mit dazu. Wenn man nicht berühmt ist, muss man eben Klinken putzen, sich selbst um Gigs bemühen und sich mal selbst schlau machen, welche Kneipen/Veranstaltungen etc. Möglichkeiten haben, Konzerte durchzuführen.Oder einfach mal Mails rumschicken, in denen man Laut gibt, dass man auftreten möchte.
Also solche Jammerei geht echt gar nicht!

15.02.2010
09:09
Die große Disharmonie
von schranzbaum | #2

- Heute sei die Szene für die Generation „von 30 bis 60 komplett tot“. -

wenn man unter szene immer die gleichen (in meinen ohren grauenhaften) cover-bands versteht, die ihr repertoire von smoke on the water bis sexy runterdudeln, dann bin ich ganz froh, das diese szene tot ist. nichts gegen cover-bands, ich habe (obwohl ich eigentlich überhaupt nicht ein fan davon bin) in den rathsstuben in den vergangenen jahren immer mal ein schmankerl für kleines geld gesehen und die stimmung war dementsprechend top.

allerdings müssen sich die musiker doch mal fragen lassen, warum bei einer veranstaltung, die jährlich in der vhs stattfinder, bei 7 oder 8 bands ca. 300 zuschauer auflaufen, von denen ca. 150-200 eintritt zahlen? das spricht doch nicht gerade für eine szene, die das auch hören will, was da geboten wird. da hat ja schon jeder unbekannte schlagerbarde, der die x-te version des roten pferds im ballermann anbietet, mehr johlendes publikum (was, zugegebenermaßen, nicht zwingend für orginali- und qualität spricht). angesehen von einigen wenigen bands, die man als interessierter mülheimer schon seit jahren kennt, hat das ganze dort doch eher schülerband-charakter.

und die veranstaltungen an der freilichtbühne sprechen doch für sich: wenn auch der sound dort nicht immer das ist, was ich unter gut verstehe, so ist das doch für viele mittlerweile mittwochs zwischen mai und september ein pflichttermin geworden, was sicherlich auch (wenn nicht nur) an den vielen leuten, dem schöenn wetter und dem super umfeld liegt. aber das hätten ja auch andere auf die beine stellen können.

wenn ich dran denke, was mir in mülheim letztes jahr umsonst an konzerten geboten wurde, da hab ich kaum wünsche offen gehabt: bohren bei den weissen nächten, die 3 umsonst-konzerte der odyssee-reihe auf der drehscheibe am schuppen, jeden mittwoch folk, country oder was weiss ich an der bühne (mit bis zu 900 oder 1000 zuschauer) und rotfront vorletzten samstag im schuppen. dazu für die jungen musikanten jede menge konzerte in kirchen- und jugendheimen. gut, früher (in den 80ern) wurde einmal im jahr mülheims beste band gesucht und es gab das schools-out auf der freilichtbühne, aber anscheinend ist das auch bei den jüngeren nicht mehr so gefragt, denn die letzten schools-out-konzerte, an die ich mich erinnern kann, hatten schon kaum noch zulauf.

ich denke, jeder sollte seinen hintern selber ein bisschen hochbekommen und was auf die beine stellen, wenn ihm das etablierte angebot nicht passt. ein wenig unterstützung allerdings seitens der stadt wäre aber wünschenswert (wenn es sich nicht nur immer um die gleichen abgefahrenen dixielandjazzbands auf dem saarner liedermacherfest oder beim spd-ortsfest handeln würde).

14.02.2010
17:54
Die große Disharmonie
von ich fass es nicht | #1

Normalerweise muß der, der einlädt, auch zahlen.

Nur wovon ?????? Die Stadt ist (fast) pleite.

Vorschlag: Sucht Euch doch Sponsoren.

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