Die Feinstaubbelastung in Mülheim ist zurückgegangen

Die Einhaltung des Fahrverbots für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen auf der Aktienstraße soll künftig kontrolliert werden.
Die Einhaltung des Fahrverbots für Fahrzeuge über 2,8 Tonnen auf der Aktienstraße soll künftig kontrolliert werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Belastung ist rückläufig, das Stickstoffdioxid macht aber weiterhin Probleme. Maßnahmen an der Kölner Straße sollen erwogen werden.

Mülheim.. Zuerst die gute Nachricht: Die Feinstaubwerte sind zurückgegangen. Mülheim liegt damit im landesweiten positiven Trend. Probleme macht aber Stickstoffdioxid (NO2). Die Werte sind an der Aktien- und Kölner Straße weiterhin zu hoch. Das Landesumweltamt LANUV hat die Auswertungen für 2014 vorgelegt. Die Feinstaubbelastung lag in Mülheim in 2013 noch 14 mal über dem Tagesgrenzwert, im vergangenen Jahr wurde der Wert nur an acht Tagen überschritten.

„Das ist eine Woche weniger. Erlaubt sind insgesamt 35 Überschreitungstage im Jahr“, erklärt Michael Stallmann, der zuständige Sachbearbeiter in der Stadtverwaltung. Eine Verbesserung der Feinstaub-Werte hatte Stallmann schon zu Jahresbeginn vermutet. Als Grund dafür sieht die Stadt nicht nur Aktivitäten der Luftreinhalteplanung, sondern auch eine günstigere Großwetterlage mit Westwinden und weniger Inversionswetterlagen im letzten Jahr.

Messtation für Feinstaub in Mülheim

Die Luftbelastungen durch Feinstaub, Stickstoffoxide, Ozon und andere werden vom LANUV in Styrum gemessen. Nahe der Feldmannstiftung, beim Sportplatz, betreibt das Landesumweltamt eine Hintergrund-Messstation. Dort ging der Jahresmittelwert für Feinstaub von 21 auf 20 µg/m3 zurück, berichtet Stallmann; maximal 40 µg/m3 seien im Jahresmittel erlaubt. Bei Stickstoffdioxid (NO2) gingen die in Styrum gemessenen Jahresmittelwerte von 29 (‘13) auf 27 µg/m3 (in 2014) zurück – erlaubt sind 40 µg/m3 im Jahresmittel. Der maximale Stundenwert für Stickoxide lag in Styrum in 2014 bei 122 µg/m3 (‘13: 123 µg/m3). Erlaubt sind übrigens 200 µg/m3 – „das wurde in ganz NRW nicht erreicht“, weiß Stallmann.

Verkehrszählungen für Lkw über 2,8 Tonnen

Die Luftbelastung mit Stickstoffdioxid sah 2014 an der Aktien- und an der Kölner Straße nicht so günstig aus. Dort werden NO2-Belastungen mit Hilfe von „Passivsammlern“ ausgewertet. An der Aktienstraße wurde 2014 derselbe Wert wie 2013 erreicht: 46 µg/m3. Erlaubt sind 40 µg/m3. „Wir werden in nächster Zeit noch einmal das Lkw-Fahrverbot überprüfen“, kündigte Stallmann an. Verkehrszählungen sollen ermitteln, wie oft und in welchem Umfang das Fahrverbot für Lkw über 2,8 Tonnen missachtet wird.

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An der Kölner Straße sind die Werte für NO2 etwas zurückgegangen: von 46 µg/m3 in 2013 auf 43 µg/m3 im vergangenen Jahr. Stallmann führt das nicht nur auf günstigere lufthygienische Verhältnisse zurück, sondern auch darauf, dass es 2014 keine Umleitung über die Kölner Straße in Selbeck gab wie 2013 durch die Sperrung der A 52. Dennoch ist der Wert zu hoch. „Die Stickoxide werden uns noch Kopfzerbrechen machen,“ schätzt der Experte der Verwaltung. „Wir denken über Maßnahmen nach.“ Das Problem stelle sich in allen Städten, schuld ist der Autoverkehr.

Schon im letzten Jahr wurde von der Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die Maßnahmen zur Senkung der NO2-Belastung an der Kölner Straße ermitteln sollte. Die Endfassung der Studie liegt jetzt vor und wird gerade von der Verwaltung ausgewertet und der Politik und der Öffentlichkeit im Umweltausschuss am 19. Mai vorgestellt. Welche Maßnahmen ergriffen werden müssten, um die Belastung mit Stickoxiden zu senken, wäre dann nicht zuletzt mit den Bürgern zu diskutieren: in Frage kommen Tempo 30, Lkw-Fahrverbote und eine Ausweitung der Umweltzone auf Selbecker Gebiet.