Die ersten Flüchtlinge ziehen diese Woche am Fünter Weg ein

Frank Buchwald, Thomas Konietzka (stellv. Leiter des Sozialamtes) und Peter Sommer (v.l.) in einem der Wohnräume. Die einzelnen Wohnparzellen sind aus Brandschutzgründen nicht deckenhoch voneinander abgetrennt.
Frank Buchwald, Thomas Konietzka (stellv. Leiter des Sozialamtes) und Peter Sommer (v.l.) in einem der Wohnräume. Die einzelnen Wohnparzellen sind aus Brandschutzgründen nicht deckenhoch voneinander abgetrennt.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Stadt hat die Grundschule am Fünter Weg für 150.000 Euro hergerichtet. Am Donnerstag beziehen die ersten Neuankömmlinge das Gemeinschaftsquartier.

Heißen.. Die vorübergehende Gemeinschaftsunterkunft in der alten Grundschule am Fünter Weg ist bezugsfertig. „Die Umbauarbeiten sind abgeschlossen, die letzten Räume werden möbliert“, berichtet Frank Buchwald, Leiter des städtischen Immobilienservice beim Rundgang. Am Donnerstag sollen die ersten 18 Flüchtlinge – Familien aus Albanien – das neue Quartier beziehen.

150.000 Euro hat die Stadt in den achtwöchigen Umbau investiert. „Es mussten strenge Brandschutz-Auflagen erfüllt werden“, so Buchwald. Neue Wanddurchbrüche im Inneren und eine Baugerüst-Treppe außen sorgen nun für die notwendigen Fluchtwege. Zudem bestätigt ein Gutachten, dass es keine Feuchtigkeit im Gebäude gebe. Buchwald: „Alle erforderlichen Sanierungen sind abgeschlossen und die Unterkunft ist genehmigt. Die Flüchtlinge werden hier menschenwürdig untergebracht.“

Die Wohnräume für Flüchtlinge

Wohnen werden die Neuankömmlinge in den acht ehemaligen Klassenräumen. Jeder Raum ist 65 Quadratmeter groß und in drei separate Wohneinheiten unterteilt. Dazu haben die Bauarbeiter Rigips-Wände hochgezogen. Pro Wohneinheit werden drei bis sechs Personen – je nach Familiensituation – auf knapp 20 Quadratmetern untergebracht. Ausgestattet ist jeder Bereich mit Etagenbetten, Kleiderschränken sowie Tischen und Stühlen. Kühlschranke befinden sich auf dem Gang. „Das ganze Mobiliar und die Kühlschränke sind neu“, betont Peter Sommer, Leiter der zentralen Wohnungsfachstelle im Sozialamt.

Kochen und Waschen im Kellergeschoss

Neu ist auch die Ausstattung in der Waschküche im Keller. 20 Waschmaschinen und Trockner stehen den Bewohnern hier zur Verfügung. „Es wird feste Waschzeiten geben, um mögliche Konflikte bei der gleichzeitigen Nutzung zu vermeiden“, erklärt Sommer das Prinzip. Um den Hausfrieden zu gewährleisten, werde es wieder die bewährte 24-Stunden-Betreuung in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der Pia-Stiftung geben. Im Gemeinschaftsraum mit Sitzgelegenheiten soll zudem das soziale Miteinander gefördert werden. Gekocht wird nebenan, wo sich Herd an Herd reiht.

Die Sanitäranlagen befinden sich außerhalb des Schulgebäudes. Das alte Toilettenhäuschen auf dem Schulhof ist wieder hergerichtet und von alten Schmierereien befreit worden. „Zum Duschen stehen zwei Mietcontainer mit Warmwasser zur Verfügung – ein Standard wie auf jedem Campingplatz“, so Frank Buchwald.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Schule nur bis zum Jahresende als Flüchtlingsunterkunft genutzt werde, habe man vor Ort „eine gute Lösung gefunden“, ist sich Buchwald sicher. Ab 2016 wird am Fünter Weg ein Wohnprojekt realisiert. Vor der Sommerpause sollen neue Standorte für Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt benannt werden. Voraussichtlich müssen erstmals Container aufgestellt werden.