Die Bahn will Lärm verringern

Intercitys, Regionalzüge und S-Bahnen brausen auf vier Gleisen fast  im Minutenabstand durch die Stadt und
Intercitys, Regionalzüge und S-Bahnen brausen auf vier Gleisen fast im Minutenabstand durch die Stadt und
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Viele Wohnhäuser auf zehn Mülheimer Bahnkilometern von Heißen bis Styrum sind betroffen.

Mülheim.. Menschen, die an Bahnstrecken wohnen, fühlen sich vom Lärm der vorbeifahrenden Züge gestört. Nur wenige Anlieger haben sich daran gewöhnt. Die Deutsche Bahn AG will in den nächsten Jahren darum „Lärmsanierungen an ihren Schienenwegen vornehmen“, wie es heißt. Mitten durch Mülheim verläuft eine ihrer bundesdeutschen Hauptstrecken – viergleisig von Heißen bis Styrum. Die erste Phase der „Bürgerbeteiligung an der Lärmaktionsplanung des Eisenbahnbundesamtes“ (EBA) läuft noch bis 30. Juni. Das städtische Umweltamt setzt auf die Beteiligung vieler Mülheimer. Bis allerdings die Lärmschutzwände stehen oder leisere Güterwagen fahren, wird es noch länger dauern.

„Alle Anlieger der Hauptstrecke haben die Möglichkeit, sich an dem Projektverfahren zur Lärmminderung zu beteiligen“, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn AG. Zum Sanierungsbereich „Wetter“ gehört auch Mülheim mit den Schienenstrecken 2184 und 2291. Das sind zirka zehn Kilometer Gleise. Damit seien für diesen Bereich die Voraussetzungen gegeben, den Schienenlärm mittel- bis langfristig zu senken.

Kontakte zur Lärmsanierung

Nach erster Einschätzung des Amtes für Umweltschutz deckt das Projekt die problematischen Abschnitte entlang der Haupteisenbahnstrecke in Mülheim ab. „Wir sehen erstmals Licht am Ende des Tunnels“, erklärt Gabriele Wegner; stellvertretende Amtsleiterin. Positiv bewertet das Umweltamt auch, dass die lärmtechnischen Berechnungen, die als Grundlage für später durchzuführende Lärmsanierungsarbeiten dienen, ohne Berücksichtigung des früher üblichen Schienenbonus’ von fünf dB erfolgen werden. Das Amt für Umweltschutz werde das Projekt für die „betroffenen Bürger intensiv und kritisch begleiten“.

Das EBA hat außerdem die Lärmpläne der 2. Stufe der europäischen Umgebungslärmkartierung zum Schienenverkehrslärm veröffentlicht. Ob das EBA alle Lärmschutzprojekte konsequent begleitet und dabei mitwirkt ist noch offen. Die Städte im Ruhrgebiet, so auch Mülheim, drängen jedoch darauf, dass für eine konsequente Schienenlärmsanierung die Dringlichkeitsliste des Bundes sowie die Ergebnisse der Lärmkartierung und -aktionsplanung zusammengeführt werden müssen. Das Bundesverkehrsministerium hat die Mitwirkungspflicht des EBA gerade bestätigt. Daher werden nun die Anlieger beteiligt.