Die Attraktivität fehlt

Die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bei Gewerbeflächen geht in Mülheim weiter auseinander. Die Nachfrage war auch im vergangenen Jahr groß. Allein im Bereich des verarbeitenden Gewerbes kam es in 2014 zu einer Verdoppelung der Anfragen, ohne dass diesen entsprechende Gewerbeflächenangebote gegenübergestanden hätten, berichtete jüngst Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mülheim und Business beim Jahrestreffen der Gewerbemakler und großen Immobilieneigentümer im Haus der Wirtschaft.

Mehr unbebaute Flächen gesucht

Vor allem Mülheimer Unternehmen erkundigten sich nach Möglichkeiten, an ihrem Standort zu expandieren und ihr Gewerbe innerhalb der Stadt zu verlagern. Hinzu kommen allein 55 Anfragen nach unbebauten Gewerbe- und Industriegrundstücken. Das sind 38 Prozent mehr als noch in 2013. Dem gegenüber steht eine aktuell vermarktungsfähige Fläche städtischer und privater Anbieter von insgesamt nur 5,65 Hektar. „60 Prozent der Anfragen nach Gewerbe- und Industriegrundstücken konnten so im vergangenen Jahr nicht bedient werden“, erklärt Jürgen Schnitzmeier. Diese prekäre Gewerbeflächensituation erfordere die Mobilisierung neuer Gewerbeflächenpotenziale in der Stadt.

Etwas besser sah das Marktgeschehen beim Verhältnis von Angebot und Nachfrage im Teilmarkt „Lager- und Produktionshallen“ aus. Die Nachfrage war nach kleinen Halleneinheiten konstant. Mehr als 60 Prozent aller Anfragen konnten im 2014 bedient werden. Konkret wurden der Wirtschaftsförderung von den Marktbeteiligten elf Abschlüsse bei einem Flächenumsatz von rund 26 000 m² gemeldet. Das entspricht einem Plus von 10 800 m². Derzeit gibt es auf diesem Teilmarkt noch eine Angebotsreserve von 50 000 m², wobei die größte verfügbare Hallenfläche mehr als 10 000 m² umfasst.

Keine Angebotsreserven

Bezogen auf den Bürovermietungsmarkt war die Nachfrage 2014 eher schwach. Vertragsverlängerungen mit einem Volumen von 16 300 m² prägten den Bürovermietungsmarkt stärker als Neuvermietungen. Lediglich 23 Anfragen nach Büroflächen sowie weitere 18 Anfragen nach einer Büro-Hallen-Kombination erreichten 2014 die Wirtschaftsförderung. Fast alle konnten von den Markteilnehmern bedient werden. Rund 32 000 m² freie Büroflächen hat die Mülheim & Business GmbH derzeit im Angebot – von 22 m² kleinere Räumen bis zu 1100 m² großen Büros.

Allerdings gebe es keine attraktiven Angebotsreserven in Mülheim. „Das bestehende Angebot an Büroflächen entspricht in Mülheim häufig nicht den Anforderungen, die konkurrierende Standorte besser erfüllen“, bedauert Jürgen Schnitzmeier und appelliert an die Immobilieneigentümer und Makler, das Büroflächenangebot in der Stadt zukunftsfähig auszubauen.