DGB will Kinder- und Familienarmut bekämpfen

„Die Armut von Kindern wird in Deutschland oft beklagt. Aber wenn es darum geht, sie zu bekämpfen, passiert zu wenig“, so Dieter Hillebrand, Regionsgeschäftsführer des Dt. Gewerkschaftsbundes (DGB) Mülheim-Essen-Oberhausen.

Rund 5388 Kinder lebten in Mülheim in Hartz IV-Verhältnissen. Das seien 26,1 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren. Damit sei vor Ort jedes vierte Kind betroffen. Die Hartz IV-Armut unter Kindern sei damit mehr als doppelt so hoch wie bei Menschen im Erwerbsalter. Dort seien 12,3 Prozent auf Hartz IV angewiesen. 2005 waren laut DGB noch 3656 Kinder im Hartz IV-Bezug: Faktisch müsse man daher feststellen, dass das Armutsrisiko gerade bei Kindern steige.

Kritisch bewertet der DGB auch, dass Kinder meist sehr lang auf Hartz IV-Niveau leben müssten. Die Armutsforschung zeige, dass lange Phasen in Armut berufliche und persönliche Chancen nachhaltig behindere. 52,6 Prozent der erwerbsfähigen Hartz IV-Bezieher seien vier Jahre und länger im Hilfebezug, bei Kinder zwischen 7 und 14 Jahren seien es sogar 58,5 Prozent.

Der DGB fordert ein Aktionsprogramm gegen Kinder- und Familienarmut. Der Bund solle die Mehreinnahmen durch den Mindestlohn dafür aufwenden.

„Letztlich muss das Ziel sein, dass kein Kind in einer Familie aufwächst, in der beide Elternteile dauerhaft keiner Erwerbstätigkeit nachgehen. Hartz IV darf nicht zum ,Lebensstil’ oder gar ,vererbt’ werden“, findet Regionsgeschäftsführer Dieter Hillebrand.