Deutschland und Israel miteinander verbinden

1 Warum engagieren Sie sich in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, die Sie erneut zum Vorsitzenden gewählt hat?

Als Bürgermeister und Ratsmitglied war ich zweimal dienstlich und einmal privat in unserer israelischen Partnerstadt Kfar Saba und habe dort mit vielen Menschen sprechen können. Dabei habe ich immer wieder eine große Friedenssehnsucht gespürt. Wenn man auf dem Wasserturm von Kfar Saba über den Grenzzaun auf die palästinensische Nachbarstadt Qalqiliya schaut, begreift man die ganze Dimension des Nahost-Konfliktes.

2 Wie ist es um die Städtepartnerschaft mit Kfar Saba bestellt?

Wir halten weiter engen Kontakt und konnten im vergangenen Jahr eine Besuchergruppe aus Israel in Mülheim begrüßen. Leider verhinderte die aktuelle politische und militärische Situation einen Mülheimer Gegenbesuch in Israel. Aber spätestens 2016 wollen wir als Deutsch-Israelische Gesellschaft eine Reise nach Israel und Kfar Saba organisieren. Ich bin grundsätzlich optimistisch. Wer den Mauerfall erlebt hat, kann auch an Frieden im Nahen Osten glauben.

3 Was kann die Deutsch-Israelische Gesellschaft mit ihren 150 Mitgliedern tun?

Wir unterstützen zum Beispiel eine Ausstellung israelischer Künstler, die vom 22. Februar bis zum 26. April unter dem Titel „Konturen des Alltags“ im Kunstmuseum Alte Post zu sehen sein wird. Außerdem planen wir für den Herbst eine Veranstaltung mit Johannes Gerster, der lange in Israel gelebt und gearbeitet hat. Wir arbeiten außerdem am Aufbau eines Bildungswerkes, das den Jugendaustausch mit Israel voranbringen soll. Wir haben Mülheimer Schülern bereits Besuche in jüdischen und israelischen Einrichtungen in Berlin ermöglichen können.