Der Streichelfaktor

Mein Freund ist auf den Hund gekommen. Und genau das verschafft ihm ganz ungewohnten Flirterfolg bei Frauen. Tag für Tag leiht er sich bei seiner Großmutter deren Hund aus und geht mit ihm im Park spazieren. Welche genaue Rasse das Tier hat, weiß er auch nicht. Wichtig ist nur, der Hund muss klein sein und putzig ausschauen. „Am besten wäre eigentlich ein Welpe“, sagt er fachmännisch. Aber offenbar klappt es mit Großmutters Fiffi auch, der mit seinen Hundejahren durchaus an das Alter seiner Besitzerin heranreicht. Wenn mein Freund den Park betritt, kommen die Hundeliebhaberinnen denn auch gleich aus allen Ecken und rufen: „Ist der niedlich.“ Und: „Darf ich ihn mal streicheln?“ Manche Dame sage gar, so berichtet er, mit verheißungsvollem Augenaufschlag : „Sie sind aber ein fürsorglicher Hundepapa. Dem Kleinen muss es ja bei Ihnen sehr gut gehen. Hat er denn auch eine Mama?“ Sie sehen, die Strategie geht offensichtlich auf. Trotzdem glaube ich, dass so ein Gassi-Date nicht die beste Grundlage für eine Beziehung ist. Da mag der Hund noch so süß sein, am Ende wachen beide mit einem Kater auf.