Der Ruhrpreis geht an Kostüm- und Szenebilderinnen

Der diesjährige Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim geht an die Kostümbildnerin Tabea Braun sowie an die Szenenbildnerin, Fotografin und Autorin Naomi Schenck.

Der Kulturausschuss hat in seiner Sitzung vom 16. Juni beschlossen, den Ruhrpreis an die beiden Frauen zu vergeben. Beide Hauptpreise sind jeweils mit 3000 Euro dotiert.

Tabea Braun erhält den Ruhrpreis für ihre herausragenden Leistungen als international arbeitende Kostümbildnerin. Nach einer Schneiderlehre hat die in Roodeport, Südafrika, geborene und in Mülheim aufgewaschene Tabea Braun Kostümdesign an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg studiert. Seit 1992 ist sie freischaffend als Kostümbildnerin für Schauspiel, Oper und Film tätig. In ihrer künstlerischen Laufbahn entwarf sie Kostüme u.a. für die Regisseure Luc Bondy, Frank Castorf, Schorsch Kamerun, René Pollesch und Oskar Roehler.

Noch während des Kostümdesign-Studiums engagierte sie Christoph Schlingensief als Kostümbildnerin für seine ersten Stücke an der Volksbühne Berlin. Hieraus entstand eine langjährige Zusammenarbeit, u.a. auch für Filme wie „Die 120 Tage von Bottrop“, diverse Theaterstücke sowie „Parsifal“ an den Bayreuther Festspielen.

Vielfältige künstlerische Leistungen

Naomi Schenck wird für ihre vielfältigen herausragenden künstlerischen Leistungen ausgezeichnet. Die in Santa Monica, USA, geborene und in Mülheim aufgewachsene Schenck ist eine Künstlerin, die sich auf vielen Feldern bewegt: vom Szenenbild für Film und Fernsehproduktionen über die Fotografie hin zur Literatur, in Form von Hörspielen und Erzählungen.

Sie hat Malerei und Bühnenbild an der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Seit 1996 arbeitet sie als selbstständige Szenenbildnerin für Film- und Fernsehproduktionen – schwerpunktmäßig für Fernsehproduktionen, häufig für Krimiserien, wie z. B. „Der Fahnder“ oder „Tatort“. Zum Handwerk der Szenenbildnerin kam 2005 die Lust am Schreiben hinzu. In ihrem zuletzt erschienen Buch „Kann ich mal Ihre Wohnung sehen?“ erzählt Schenck prägnante Momente, die sie in fremden Wohnungen erlebt hat.