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Der Rhythmus der Farben

22.01.2010 | 19:34 Uhr

Trauer um Hermann-Josef Keyenburg. Der Künstler starb am 13. Januar.

Seine letzten Bilder, das Triptychon in Erinnerung an Hermann Haber und seine Bilderwelt, hatte Hermann-Josef Keyenburg im Herbst schon unter großer Kraftanstrengung vollendet. Die schwere Krankheit hatte ihn damals schon geschwächt. Der Krieg und der Nationalsozialismus interessierten ihn zuletzt und bewegten den 1934 in Essen geborenen Künstler stark.

Was seine Werke auszeichnet, ist weniger der Gegenstand, der mal akurat und klar, mal flüchtig und verschwommen wiedergegeben wird, als die Kraft und die Wirkung der Farben, die mit dicken und heftigen Pinselstrichen auf den Malgrund aufgetragen sind. „Mir geht es mehr um den Rhythmus der Farben als um genaue Gegebenheiten. Malen ist die Darstellung meines eigenen Farbempfindens”, sagte er einmal. Er will die Unmittelbarkeit und Frische des Eindrucks einfangen. Von Bedeutung für ihn war es, sich selbst zu überraschen. Dazu malte er Landschaftsbilder und auch Stadtszenerien. Besonders hingezogen fühlte er sich zu Berlin. Er mochte den Umbruch und die Veränderung.

Er suchte die Sensationen des Alltags wie Urbanität und Verkehrschaos. Dass er den Himmel über Berlin grün malte, ist typisch Keyenburg. Ein blauer Himmel widerstrebte ihm. Keyenburg bevorzugte Orange-, Gelb-, Ocker- und Erdtöne. Blau spielte eine untergeordnete Rolle.

Kollegen schätzten ihn als offenen und an Menschen interessierten Zeitgenossen. Er war jemand, der bereitwillig über seine Kunst sprach, sie auch erklärte, zuhörte und vor allem den Kontakt zu jüngeren Kollegen suchte. Ein Vorzug, von dem auch die Studenten an der Universität Paderborn profitierten, wo er seit 1979 Didaktik, Malerei und Kunstgeschichte lehrte. Seine Reiselust kam ihnen bei den Exkursionen zunutze.

Am 13. Januar ist Hermann-Josef Keyenburg gestorben.

Steffen Tost

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