Der lange Weg zum Funknetz

Kostenloser Zugang zum Internet, zeitlich unbegrenzt. In vielen Städten wird über ein öffentliches WLAN diskutiert. Wolfsburg, wo es dieses Angebot schon seit zwei Jahren gibt, gilt als Musterbeispiel. Oder das niederländische Grevelingen, wo sogar die Polizei ihre Daten über dieses Netz versendet. Davon kann in Mülheim noch lange nicht die Rede sein.

Ende letzten Jahres hat die Stadt auf ihrer Homepage eine Karte eingerichtet, auf der angezeigt wird, wo im Stadtgebiet kostenloses WLAN angeboten wird. Bisher sind dort 57 Standorte verzeichnet, allerdings muss sich der Betreiber auch selbst bei der Stadt melden. Es kann also sein, dass es mehr Standorte in der Stadt gibt. Freilich handelt es sich in den meisten Fällen um Hotspots – das Netz reicht dann nur einige hundert Meter weit. Der Großteil der Anbieter sind Cafés, Einkaufszentren wie das Forum oder Hotels. Aber auch im Medienhaus können Besucher der Stadtbücherei WLAN nutzen.

Ein öffentliches WLAN in der gesamten Innenstadt wird es aber sobald nicht geben. Es habe sich zwar schon eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern der Stadtverwaltung, der Wirtschaftsförderung und der MST gebildet, so Kämmerer Uwe Bonan auf NRZ-Anfrage, doch es müssten Hürden überwunden werden. „Die größte ist die sogenannte Störerhaftung“, so Bonan. In Deutschland haftet der Betreiber des WLANs. Wenn ein Nutzer etwa Musik illegal herunterlädt, wird der Betreiber zur Rechenschaft gezogen. Provider wie die Telekom oder Unitymedia sind von der Störerhaftung befreit, zu ihnen habe die Stadt Kontakt gesucht, auch zu den Freifunkern, die ebenfalls über den Status eines Providers verfügen. Auf diesem Wege, so hofft Bonan, solle ein kostenfreies WLAN für die Innenstadt möglich werden.

Nicht nur die Innenstadt hat der Dienstleister Enerson Telecommunication im Blick. Die Mülheimer Firma will auch Pilotprojekte in Stadtteilen durchführen und die Einzelhändler mit ins Boot holen.