Der Habicht - kaum zu greifen

Der Habicht, Vogel des Jahres 2015, ist auch in Mülheimer Wäldern zu Hause.
Der Habicht, Vogel des Jahres 2015, ist auch in Mülheimer Wäldern zu Hause.
Foto: Wolfram Martin
Was wir bereits wissen
Der Habicht, Vogel des Jahres, ist auch in Mülheim zu Hause. Etwa fünf Habicht-Reviere gibt es in der Stadt. Zu sehen ist der menschenscheue Vogel aber selten.

Mülheim.. Gekürt worden zum Vogel des Jahres 2015 ist der Habicht vom Naturschutzbund schon im Herbst vergangenen Jahres. Aber jetzt, wo das Jahr noch keine Woche alt ist, erinnern die Naturschützer noch einmal an den Greifvogel, der nach Meinung der Vogelfreunde einer besonderen Verfolgung ausgesetzt ist.

Seine Feinde: Jäger und Taubenzüchter. Die Einen sehen in dem Vogel einen Jagdkonkurrenten, die anderen befürchten, dass ihre kostbaren Tauben gefressen werden. Allerdings sind in Mülheim keine Fälle bekannt, wo Greifvögel vergiftet oder illegal geschossen worden sind. Wie NRW überhaupt im Vergleich zu den anderen Bundesländern positiv abschneidet: Seit 2005 gibt es hier eine spezielle Stabstelle für Umweltkriminalität, die dem Landeskriminalamt zugeordnet ist.

Aber trotzdem hat auch in Mülheim der Habicht Aufmerksamkeit verdient. Es gibt ihn nämlich, wenn auch versteckt. „Ich schätze, dass etwa eine handvoll Habicht-Reviere in der Stadt zu finden sind“, erläutert Vogelexperte Tobias Rautenberg von der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet. Genauer kann er es leider nicht sagen: Zwar wird auch in der Region immer mal wieder der Vogelbestand gezählt und das einzelne Tier dann durch einen Ring gekennzeichnet. „Aber das können wir nur stichprobenartig leisten. Etwas anderes ist es natürlich bei wirklich seltenen Greifvögel, Adlern zum Beispiel. Die werden sehr genau gezählt, aber die gibt es hier nicht.“

In Wäldern und Parks

Und auch wenn der Habicht in unserer Region lebt, stößt man doch relativ selten auf ihn: „Er ist sehr menschenscheu. Wenn man hier Greifvögel sieht, zum Beispiel an der Autobahn, dann sind das in der Regel Mäusebussarde. Die fressen auch Aas und schauen daher, ob ein Tier überfahren worden ist. Der Habicht würde das nicht tun“, berichtet Tobias Rautenberg. Sollte es dann aber tatsächlich einmal bei einem Spaziergang zu einer Begegnung Mensch/Habicht kommen, besteht auch kein Grund zur Sorge: „Weil er eben sehr scheu ist, wird er sich nicht lange zeigen, sondern sich schnell wieder zurückziehen.“ Grundsätzlich erfreulich sei aber, dass sich Greifvögel überhaupt in dieser Region ansiedeln.

„Man kann sie in den Waldgebieten finden, aber auch in Parks. Allerdings weniger Habichte, sondern vor allem eben die Mäusebussarde, Wander- oder auch Turmfalken, die sich zum Beispiel gerne an Schornsteinen niederlassen.“

Der Hauptgrund: Sie finden hier Nahrung. Dem Habicht schmecken vor allem Tauben, freilich auch Brieftauben. Doch deren Züchter sind in Mülheim mittlerweile fast genauso selten anzutreffen wie Habichte.