Leben in Mülheim
Der Bunker-Mann aus Heißen
15.12.2009 | 08:00 Uhr 2009-12-15T08:00:00+0100
Mülheim. Andreas Krasicki will in Heißen im ausgedienten Post-Bunker wohnen. Hat er auch schon. Bis ihn die Stadt entdeckte und wieder an die frische Luft setze. Jetzt setzen sich die Grünen für Krasicki ein.
Ein Mann, der unter der Erde leben will, beschäftigt heute die Mülheimer Politik. Andreas Krasicki (37) kämpft darum, in einem ausgedienten Post-Bunker an der Hardenbergstraße in Heißen wohnen zu dürfen. Das hat er auch schon drei Jahre lang, bevor die Stadtverwaltung auf ihn aufmerksam wurde und ihn per Ordnungsverfügung an die frische Luft setzte. Heute ist Krasickis Anliegen Thema im Planungsausschuss. Die Fraktion der Grünen macht sich für den Bunker-Mann stark.
Vor einigen Jahren, nach der Trennung von seiner Frau, war Krasicki, der als Sachverständiger für Abscheidetechnik arbeitet, eigentlich auf der Suche nach einem ruhig gelegenen Grundstück im Sauerland. Dort sollte sein Holzhaus stehen. Bei der Internetsuche nach einem geeignetem Stück Land tauchte plötzlich das Bunker-Areal in Heißen auf, Krasickis Interesse war geweckt, er vereinbarte einen Besichtigungstermin – und verguckte sich in das unterirdische Objekt, das 1968, in Zeiten von Kaltem Krieg und nuklearer Aufrüstung, gebaut worden war. Die Technik im Bunker sollte im Schutzfall die Telekommunikation sicherstellen. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs sah die Telekom keinen Nutzen mehr in der Anlage, im Dezember 2005 kaufte Krasicki den Bunker. 40 000 Euro zahlte er für den unterirdischen Bau mit 300 m2 Grundfläche und 1000 m2 großem Grundstück darüber.
„Viel Platz zum Spielen”
Der gebürtige Oberhausener zog dort ein, seine Tochter hatte bei ihren Besuchen „viel Platz zum Spielen”. Drei Jahre lang hatte Krasicki sich eingerichtet, Tausende Euro investiert in eine Betonsäge, mit der die Bunkerwände zu bearbeiten sein würden, in eine Fäkalienhebeanlage, in Elektroleitungen und einen Kamin. Letzterer war es, der das Veto der Stadt provozierte. Als sich Nachbarn über den Kaminrauch beschwerten, wurde die Stadt überhaupt erst auf den Bunker-Mann aufmerksam. Und erzwang per Ordnungsverfügung den Auszug von Krasicki. Die Stadt bemängelte nicht nur das Fehlen von einem zweitem Rettungsweg und Fenstern – vor allem stellte sie fest: Eine Wohnnutzung ist laut Ortsrecht nicht erlaubt. Das Areal ist an eine Nutzungsgenehmigung „T5 Gemeinbedarf (Post)” gebunden.
150 000 Euro müssten investiert werden
Ende 2008 musste Krasicki raus aus seinen vier Bunkerwänden – obwohl er der Stadt Architektenpläne hatte vorlegen können, die zeigen, wie das Bunker-Haus mal aussehen soll. 150000 Euro würde Krasicki gerne in den Umbau stecken. Den Bunker will er an zwei Seiten offenlegen, dort sollen Fenster Tageslicht in den Wohnraum bringen, überdies sind Oberlichter in den Decken vorgesehen. Auf dem Grundstück soll ein kleiner Wall mit Sonnenkollektoren bestückt sein, eine Belüftungsanlage soll mit ressourcenschonender Wärmerückgewinnung betrieben werden.
Mit Lebensgefährtin möchte Krasicki möglichst bald wieder einziehen, zwei Kinderzimmer sind geplant. Dass der Bunker-Mann mit seiner ungewöhnlichen Idee vom Wohnen derzeit nicht nur im Schatten steht, sondern auch „einen Schatten hat”, weist dieser von sich: „Ich habe keine Endzeitstimmung, ich habe mich einfach in den Bunker verliebt.”
Stadt will hart bleiben
Die Fraktion der Grünen will Krasickis Traum (wieder) wahr werden lassen. Sie beantragt heute im Planungsausschuss, dass die Stadt umschwenkt und Krasicki das Wohnen im Bunker erlaubt, wenn er für einen Notausgang, Tageslichteinfall und ordnungsgemäße Raumtemperatur sorgt. Das will Krasicki, sagt er. Die Verwaltung will nicht umsteuern. Sprecher Volker Wiebels sagte am Montag: „Der Mann wusste von Anfang an, dass er da nicht wohnen kann.”
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19:09
Zunächst einmal, alle Achtung dem lieben Krasicki.Ich hatte das wirkliche Vergnügen, ihn bei der Bundeswehr ein paar Jahre zu begleiten.
Die Idee ist nicht schlecht, auch in Anbetracht des geplanten interessanten Gebäudemanagements.
Blauäugig war das Projekt bei mangelnder Genehmigung der Stadt schon.
Die Kommunalverwaltung hat wohl die Befürchtung, dass sie bei nachträglicher Zustimmung durch Änderung des Bebauungsplanes Andere ermutigt
, ähnlich zu handeln.
Mitunter spielen auch sachfremde oder parteipolitische Betrachtungen eine Rolle.....
Wie auch immer,
, Ich wünsche ihm viel Glück.
Gruß
Michael Wiechers, Rheine
16:25
Ich finde es super, dass mal wieder auf der Stadtverwaltung rumgehackt wird. Weil Richtig! Die machen ja auch die Gesetze... Schon mal was von Gewaltenteilung gehört??? Die Verwaltung setzt um! Fertig! Und es arbeiten nicht nur unfreundliche Sesselpupser bei der Stadtverwaltung!!! Auch wenn mir Herr Krasicki leid tut, ist er an der Situation doch selber Schuld. Es hätte ihm doch klar sein müssen, dass er in dem Bunker nicht wohnen kann. Wobei die Post/Telekom auch sicherlich gar nicht hätte verkaufen dürfen... Was gibts noch zu sagen? Frohe Weihnachten an alle!
12:18
@#8: Woher wissen Sie das der Käufer Gut Situiert ist??? Es kann also niemand sein der wie die meisten mit Arbeit sein Geld verdient und das Geld bei der Bank leiht???
14:27
Dem Mülheimer Haushalt droht das 90-Millionen-Loch
Die Krise der Stadtfinanzen spitzt sich immer weiter zu: Das erwartete Defizit übersteigt alle freiwilligen Ausgaben bei weitem.? Für das nächste Jahr und die drei folgenden rechnet der Kämmerer mit einem Fehlbetrag von 60 bis sogar 90 Millionen Euro - und zwar jährlich.
Toll - der Arsch von Mülheim auf Grundeis aber mit Gesetzesparagraphen rumschmeissen das die Schwarte kracht.
13:16
eben. 1000m² für 40.000€ hört sich auf den ersten blick wenig an, jedoch muss man eben auch betrachten, dass 150.000€ in einen umbau gesteckt werden müssten. 190.000€ sind dann schon wieder eine andere hausnummer. auf den qm bezogen ist es trotzdem nicht viel. das weiß ich auch. aber jönne könne eben
12:43
Wow, die Mülheimer Grünen haben offenbar viel, viel Zeit und keine wichtigen Themen. Wie schön, dass just in diesem Augenblick ein wie die Mehrheit der Fraktion ebenfalls gut Situierter daherkommt, der ein bisschen das Ortsrecht beugen möchte. Grundstück mal billig gekauft und nun nachträglich aufwerten? Na klar, das hat doch schon bei den Häuslebauern am Flughafen funktioniert, das machen wir mit! Und wenn der Herr demnächst oben auf seinen Bunker eine Villa stellen will? Aber ja doch, wir stehen ja schließlich dafür ein, dass jeder, der ein bisschen Geld hat, damit machen kann, was er will. Demnächst dann auch im Naturschutzgebiet, ist ja nur konsequent.
Äh bäh, kann man da nur sagen....
12:25
Lass doch den armen Mann da wohnen.
Deutschland, Du Spiesserland: werd mal locker.
12:15
Mein Nachbar hat auch einen Kamin!!
Darf ich mich jetzt auch über Kaminrauch beschweren????????
Mein Gott, es gibt Leute die wenn sie nix zu motzen haben, nicht leben können!
#3 Sie sind wirklich ein neidischer Mensch!
Sind Sie auch schon Grün vor Neid??
Glück Auf
11:47
Der Neid ist ein schlechter Berater unfreundlicher Tomaz!
09:53
Man muss au jönne könne, unfreundlicher Tomaz...