Der Brückenneubau in Styrum beginnt im Verborgenen

Die Thyssenbrücke über der Bahnstrecke in Styrum wird demnächst erneuert. Erste Vorarbeiten haben begonnen, hinten sieht man die City-Hochhäuser.Foto: Oliver Müller
Die Thyssenbrücke über der Bahnstrecke in Styrum wird demnächst erneuert. Erste Vorarbeiten haben begonnen, hinten sieht man die City-Hochhäuser.Foto: Oliver Müller
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Was wir bereits wissen
  • Brückenbauer können mit Auftragsvergabe für das 19-Millionen-Euro-Projekt starten
  • Bauwerk wurde 1909 von der königlich-preußischen Eisenbahn-Verwaltung erbaut
  • Im Jahr 1999 musste die Brücke bereits aufwendig saniert werden

Mülheim..  Seit Jahren ist der Neubau der maroden Thyssenbrücke angesagt. In der städtischen Brückenbauabteilung haben die Ingenieure auch alle Pläne dazu erstellt. Aber immer wieder reichte das Geld nicht. Erst seit es feste Zuschusszusagen des Landes, der Deutschen Bahn AG (DB) und des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) im letzten Jahr gibt, können die Brückenbauer mit den Auftragsvergaben für das 19-Millionen-Euro-Projekt starten. Die Vorarbeiten laufen bereits.

Der Neubau der Thyssenbrücke gehört zu einem der technisch kompliziertesten Projekte der Stadt. Oberbürgermeister Ulrich Scholten und Baudezernent Peter Vermeulen ließen sich von den städtischen Brückenbauingenieuren Horst Chluba und Ralf Grunert den Stand der Arbeiten bei einer Besichtigung neben der Hauskampstraße erläutern. Dabei wurde sofort deutlich: Wegen der Lage – viel befahrene Straßen, breite DB- und Werksbahntrasse, reichlich zu verlegende Ver- und Entsorgungsleitungen – ist dieses Projekt „eines der technisch anspruchsvollsten, das wir je gebaut haben“, so Projektleiter Grunert.

Die markante Thyssenbrücke errichteten Metall- und Straßenbauer der königlich-preußischen Eisenbahn-Verwaltung 1909. Ausgelegt war sie damals für eine 24 Tonnen schwere Dampfwalze. Nach der Novellierung des so genannten Eisenbahnkreuzungsgesetzes am 1. Januar 1994 ging die Brücke in das Eigentum der Stadt über – obwohl sie diese und weitere Eisenbahnüberführungen gar nicht haben wollte. Laut der städtischen Brückenprüfer ein verhängnisvolles Erbe.

1999 musste die Brücke bereits aufwendig saniert werden. Gleichzeitig bekam sie zur Verstärkung einen Stabbogen, der das alte Stahlfachwerk entlastete. Das alles half aber kaum. Bereits in 2008 stellten die Ingenieure Querschnittsminderungen an der Brücke fest. Weitere Sanierungsarbeiten an der Stahlbeschichtung und der Dichtung der Brücke waren unaufschiebbar. Weitere Reparaturen waren bereits absehbar, weshalb der Plan zum Neubau der Thyssenbrücke reifte.