Der Baumeister Ernst Haiger und sein Werk

Im Rahmen der Reihe zur Mülheimer Geschichte ist am Donnerstag, 23. April, um 19 Uhr Dr. Timo Nüsslein aus München zu Gast beim Mülheimer Geschichtsverein im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße 37. Er wird über den Mülheimer Baumeister Ernst Haiger (1874–1952) berichten – und dessen „Karriere zwischen Kaiserreich und Bundesrepublik“.

Der aus Mülheim stammende Architekt Ernst Haiger zog Ende des 19. Jahrhunderts in die Kunstmetropole München, wo er sich mit seinen Entwürfen schnell etablieren konnte. Seine Auftraggeber stammten zumeist aus Aristokratie und Großindustrie, für die er Schlossumbauten oder an historischen Bauformen orientierte Neubauten und Interieurs besorgte. Auf dem Gebiet der traditionellen Architektur ist Haiger im Deutschen Reich und der Weimarer Republik einer der gefragtesten Architekten überhaupt. Im „Dritten Reich“ gerät er wegen seiner Freundschaft zu Paul Ludwig Troost, dem bevorzugten Architekten Hitlers, in den Fokus der Nationalsozialisten, was ihm zu prestigeträchtigen Staatsaufträgen verhilft. Auch nach ‘45 bleibt Haiger als Architekt tätig, erhält aber nur noch wenige Aufträge. Der Vortrag gibt einen Überblick über das vielfältige, wenig bekannte Werk des Mülheimer Künstlers.