Das Revier hat Geschmack
18.11.2011 | 16:35 Uhr 2011-11-18T16:35:00+0100
Mülheim. Das Ruhrgebiet schmeckt fruchtig-pikant und wird zum Schluss schärfer. „Eine Geschmackswelle“ nennt der Existenzgründer Udo Warner das. Und bis die genau so über den Gaumen brandete, wie er sich das vorstellte, dauerte es neun Monate.
Dem vorausgegangen waren bereits drei Jahre Entwicklung, Planung, Vorbereitung. Denn, sagt Udo Warner: „Wenn man sich in meinem Alter selbstständig macht, muss das Hand und Fuß haben.“ Im April ging der 58-Jährige mit seiner „Ruhrpott-Currywurst“ an den Markt.
Udo Warner ist niemand, der Dinge überstürzt. Er plant gerne sorgfältig, holt Meinungen ein. Das erklärt die Jahre, die von der Idee bis zur Umsetzung verstrichen. Damals arbeitete der Broicher noch im Außerdienst in der Gastrobranche. „Ich habe den Markt beobachtet und entdeckt, dass dem Ruhrgebiet eine eigene Currywurst fehlt.“
Diese Idee stellte er vielen Menschen in der Gastronomie vor, und alle sagten: „Udo mach’ datt!“ Also machte Udo. Er nahm Kontakt zu Unternehmen auf, die für ihn Wurst und Curry-Soße herstellen sollten. Gleich die ersten beiden Firmen, ein Duisburger Wurstfabrikant und ein Krefelder Ketchup-Hersteller, waren begeistert und griffen zu. „Dass diese alteingesessenen, mittelständischen Unternehmen an das Konzept geglaubt haben, hat mich beflügelt.“
Die Würstchen werden nun nach einem modernisierten Hausrezept gefertigt, die Soße entwickelte Udo Warner ganz neu – ohne künstliche Zusatzstoffe. Viele Verkostungen und Testessen waren dazu nötig, denn dem 58-Jährigen war wichtig, dass die Soße beiden Geschlechtern schmeckt, für Männer nicht zu laff, für Frauen nicht zu scharf ist.
Das Ergebnis war eben jene furchtig-pikante Geschmackswelle. Und die sorgfältige Rezeptentwicklung scheint sich gelohnt zu haben: Bisher erreichten Warner nur positive Reaktionen. „Ein türkischer Imbissbudenbesitzer in Mettmann hat Döner aus seinem Sortiment geschmissen und verkauft nun Ruhrpott-Currywurst“, nennt er ein Extrembeispiel. Doch auch im Duisburger Polizeipräsidium gibt’s mittwochs seine Currywurst. Auch Mülheimer Imbissbuden haben sie im Sortiment. Und erst in dieser Woche erfuhr Warner, dass sich bis Neuss herumgesprochen hat, „dass eine neue Soße auf dem Markt ist“.
Udo Warner schmeißt zwar auch selbst regelmäßig den Grill für Verkostungen an, arbeitet aber wieder hauptsächlich im Außendienst. „Ziel ist“, sagt er, „dass ich noch mehr Großhändler finde, die meine Produkte in ihr Sortiment aufnehmen.“ Akquise und Werbung sollen auf längere Sicht sein Schwerpunkt werden. Aus der Ruhrpott-Currywurst, so seine Vorstellung, soll ein mittelständisches Unternehmen werden.
Noch ist er jedoch eine Ein-Mann-Firma mit einem Zehn- bis Zwölf-Stunden-Tag an sechs Tagen in der Woche. Doch Udo Warner macht dies gerne, ist mit Spaß bei der Sache, weil er von seinem Produkt überzeugt ist. Nun, so hofft er, muss zu seiner Geschmackswelle nur noch die große Erfolgswelle kommen.
Eigenkomposition: die Currysoße
„Angefangen haben wir mit Wasser und Tomatenmark“, berichtet Udo Warner von den Anfängen der Currysoße. Entwickelt hat er sie mit der Luvath Nauen GmbH. Die Würste werden in Duisburg von „Herbert Neukirchen & Sohn“ hergestellt. Die Firma übernimmt auch die Auslieferung

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