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Kultur

Das Potenzial einer ganzen Szene

28.01.2010 | 10:00 Uhr

„Mehr Kultur” wollte zunächst eine Wählervereinigung sein und zur Kommunalwahl antreten. Jetzt hat sich „Mehr Kultur” als lockere Initiative gegründet.

„Mehr Kultur” wollte zunächst eine Wählervereinigung sein und zur Kommunalwahl antreten. Vor verbindlichen Strukturen eines Beirates schreckten einige Künstler aber ebenso zurück wie vor denen eines Vereins mit festem Vorstand und Ansprechpartner. Jetzt hat sich „Mehr Kultur” als lockere Initiative gegründet. Aber ob man sich regelmäßig oder nur zu bestimmten Anlässen trifft, ist unter den 15 Mitgliedern, die zur konstituierenden Runde kamen, noch ebenso umstritten wie die Frage, ob es einen festen Sprecher gibt, der den Kreis nach außen vertritt.

Auch ohne festen Vorstand könnte man sich ja einen jährlich wechselnden Sprecher wie etwa beim Kontaktkreis der Architekten vorstellen. Die Entscheidung über Struktur und Arbeitsweise soll im März getroffen werden.

Mit möglichst offenen Strukturen hofft Mit-Initiator Klaus Geldmacher Querelen, wie sie in Vereinen üblich sind, verhindern zu können. Doch Konflikte entstehen auch unabhängig von Strukturen. Unter den 15 Mitgliedern sind allerdings noch nicht alle kulturellen Sparten vertreten. Überhaupt nicht dabei sind unter anderem Literatur, Tanz und Film, und Theater ist nur schwach vertreten. Auch Personen, die in der Kulturvermittlung tätig sind, könnten sich hier engagieren, hofft Geldmacher.

Mehr Kultur muss nicht zwangsläufig mit mehr Geld erkauft werden. „Wir wollen, dass die Bürger dieser Stadt vielfältige kulturelle Erfahrungen machen können, weil Kultur der Mutterboden für eine menschliche kommunale Gesellschaft und nicht ein Luxusartikel ist”, heißt es in einer Mitteilung der Künstler. Ziel sei es, den Entscheidungsträgern die Meinungsbildung zu erleichtern und die langfristigen Konsequenzen von Entscheidungen deutlich zu machen. Ihnen soll der Rücken gestärkt und Mut für Entscheidungen zugunsten der Kultur gemacht werden. Der Kreis soll auch das Selbstbewusstsein der Kultur-Szene stärken und ihr großes Potenzial verdeutlichen.

Was nicht gewollt ist: „Wir lehnen grundsätzlich Kürzungen im kulturellen Bereich ab, weil der Anteil der Kultur im Etat nur einen geringen Raum einnimmt und daher nicht geeignet ist, den Haushalt zu sanieren.” Was Geldmacher besonders wichtig erscheint, ist, „die Geister, die die Kulturhauptstadt rief”, ins Jahr 2011 mitzunehmen. Er denkt an ein Festival MeHr-KULT-rUhR, das alle unterschiedlichen Sparten zusammenführt und Bewegung in die Stadt bringt.

Steffen Tost

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