Das Kino als Klassenzimmer

Foto: Fox

Wenn das Kino vorübergehend zum Klassenzimmer wird, laufen die Schulkinowochen NRW. Das größte filmpädagogische Projekt des Landes, das 2015 bereits in seine achte Runde geht und an dem bis zu 80 000 Schüler teilnehmen, findet diesmal statt vom 22. Januar bis 4. Februar – und mit der Filmpassage ist auch wieder ein Mülheimer Kino dabei. Sieben Kinder- und Jugendfilme stehen dort zur Auswahl. 16 Klassen von Mülheimer Schulen haben sich bereits angemeldet. Alle anderen könnten dies in den nächsten Tagen noch tun; „es sind noch Karten für alle Filme da“, sagt Heike Naumann, Theaterleiterin der Filmpassage.

Die Schulkinowochen: Das sei schon eine besondere Zeit im Jahr, sagt Naumann. Sie möge den engen Kontakt zu den jungen Besuchern, „man lernt die Schüler ganz anders kennen als im Alltagsgeschäft“. Und ihr gefällt der Gedanke, dass Kino „häufiger als Lernort wahrgenommen wird“. Zusehends mehr Lehrer nutzten die Chance, Filme in den Unterricht einzubinden, sich diese gezielt beim Kino zu bestellen. „Erst neulich war ein Physikkurs hier und hat sich Interstellar angesehen“, ein Science-Fiction-Drama über die waghalsige Suche nach einer zweiten Erde – und die Zukunft der Menschheit.

Bei den Schulkinowochen 2015 geht’s um andere, teils nicht minder dramatische Themen. In Mülheim werden „Der kleine Nick macht Ferien“ sowie „Pettersson und Findus – Kleiner Quälgeist, große Freundschaft“ gezeigt, die sich an Schüler ab der ersten Klasse richten. Auch „Das Geheimnis der Bäume“ steht auf dem Plan (ab der 4. Klasse) sowie „Das Mädchen Wadjda“ (ab 5.), „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ (ab 8.), „Monsieur Claude und seine Töchter“ (ab 9.) sowie „Her“ (ab 10.).

Der letztgenannte Streifen ist ein Beitrag zum „Wissenschaftsjahr 2015 – Zukunftsstadt“. Zahlreiche andere der 150 Filme in den landesweit 100 beteiligten Lichtspielhäusern beschäftigen sich mit Migration und Inklusion. Das Motto der diesjährigen Aktion lautet ja „Zusammen leben. sehen. lernen.“ Es geht um Flucht, Entwurzelung und Zusammenleben von Kulturen – und darum, die Schüler für die Lage von Flüchtlingen und Asylbewerbern zu sensibilisieren.

Alle Filme haben konkrete Lehrplanbezüge, heißt es, und zur Vor- und Nachbereitung gebe es kostenloses Unterrichtsmaterial.

Außerdem stehen im Anschluss an ausgewählte Vorführungen Filmschaffende für vertiefende Gespräche zur Verfügung. In Mülheim etwa schauen zur „Pettersson“-Vorstellung am 26. Januar, 9 Uhr, Produktionsleiter Edgar Cox vorbei und zur „Wadjda“-Vorstellung am 23. Januar, 9 Uhr, Szenenbildner Thomas Molt.