„Omis Bami“: Großmutters Spezialgulasch mit Nudeln

WAZ-Leserin Gisela Giesen und Redakteur Christoph Husemeyer schneiden den Wirsing für Omis Bami.
WAZ-Leserin Gisela Giesen und Redakteur Christoph Husemeyer schneiden den Wirsing für Omis Bami.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Für unsere Serie „Das isst der Pott“ präsentiert Leserin Gisela Giesen aus Holthausen ein jahrzehntealtes Familiengericht.

Mülheim.. „Kompliziert kochen kann heute jeder. Einfach können die Wenigsten“, findet Gisela Giesen. Die 70-jährige Holthausenerin will zeigen, dass einfach zugleich auch lecker sein kann. Schwungvoll lässt sie mit dem Messer die ersten Fleischstücke vom Schneidebrettchen in den Kochtopf gleiten. „Man muss nur alle Zutaten klein schnibbeln und das Ganze dann schmoren lassen“, erklärt die Gastgeberin ihr Lieblingsrezept. „Omis Bami“, Gulasch mit Wirsing und Nudeln, serviert Gisela Giesen heute.

Mit dem asiatischen Bami Goreng – wie viele zunächst vermuten – habe ihr Rezept nichts zu tun, sagt die Hobby-Köchin und teilt wie zum Beweis einen großen Wirsingkopf in handliche Stücke. „Das Rezept ist regional. Woher der Name kommt, weiß ich nicht. Das Gericht heißt ,Omis Bami’, weil es meine Großmutter es immer so genannt hat, als sie es mir beigebracht hat.“

Damals, in den 60er Jahren, sei das Gulasch mit Nudeln etwas ganz Exotisches gewesen, weiß Giesen zu berichten. Aber auch heute staune der ein oder andere nicht schlecht. „Gulasch mit Nudeln? Das passt doch nicht“ höre sie zunächst oft, erzählt sie. Bis die Gäste dann probieren.

Zeit für ein Gläschen Sekt

Beim Abschmecken – inzwischen schmort neben Fleisch, Knoblauch, reichlich Zwiebeln, Chili und dem Wirsing nach und nach auch immer mehr Rinderbrühe im Kochtopf – wird deutlich, warum die Gäste ihre Meinung schnell ändern. „Das Rezept ist raffiniert, aber unkompliziert“, fasst die Gastgeberin zusammen. Während das Bami im Topf vor sich hin köchelt, muss nur gelegentlich umgerührt werden, damit nichts anbrennt. So bleibt sogar Zeit zum Anstoßen – bei einem Gläschen Sekt mit Ehemann Werner und dem Redakteur.

„Das Bami bereite ich wie die meisten anderen Gerichte alleine zu. Mit der jahrelangen Erfahrung geht das inzwischen wie von selbst“, sagt die Küchenchefin über
das Rezept. Gegessen wird nach rund einer Stunde Zubereitungszeit. „Eine Viertelstunde für das Schnibbeln, eine Dreiviertelstunde Schmoren im gusseisernen Topf und nebenbei die Nudeln kochen – so war es schon immer“, berichtet Gisela Giesen. Und so ist es auch dieses Mal.

Angerichtet wird „Omis Bami“ in einer großen Pfanne. Die Nudeln mengt Gisela Giesen einfach unter das Gulasch. Das sieht mittlerweile durch den eingekochten Wirsing fast aus wie ein Eintopf. Einfache, aber sehr leckere Hausmannskost, wie sich beim anschließenden Verzehr herausstellt. „Omis Bami“ eben.

Und so geht’s: Rezept und Zutaten

Das Gulasch (vom Rind, Schwein und/oder Lamm) gemischt mit 500 Gramm gewürfelten Zwiebeln, zwei Knoblauchzehen, einer Chilischote und drei Esslöffeln Öl einige Minuten im Topf scharf anbraten.

Anschließend mit einem Viertelliter Rinderbrühe ablöschen. Dann mit Salz und Pfeffer würzen. Anschließend circa ein Kilogramm Wirsing in ein Zentimeter lange Streifen schneiden und im Topf unterrühren. Bei geschlossenem Deckel circa 45 Minuten schmoren lassen, zwischendurch immer wieder Rinderbrühe nachgießen.

350 Gramm Bandnudeln nach Anleitung al dente kochen. Nudeln unter das Bami rühren, mit frischem Pfeffer aus der Mühle würzen und servieren.

Für 4-6 Personen: 1 kg Fleisch, ½ kg Zwiebeln, 350 g Nudeln, 1 kg Wirsing, 2 Knoblauchzehen, 3 El Öl, ¼ L Brühe, 1 getrocknete Chilischote, Salz und Pfeffer