Mülheimerin kocht Klassiker aus Muttis Rezeptblock

WAZ-Leserin Christa Dorn (re.) und WAZ-Redakteurin Deike Frey beim fröhlichen Salatzupfen.
WAZ-Leserin Christa Dorn (re.) und WAZ-Redakteurin Deike Frey beim fröhlichen Salatzupfen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Für Christa Dorn ist Kochen pure Entspannung. Sie probiert viel Neues aus. Doch auch die Kost aus den 50ern hat einen festen Platz in ihrer Küche.

Mülheim.. „Mutti hatte viele Rezepte, die einfach waren und lecker.“ Christa Dorn (71) aus Saarn erzählt beim Kochen gern von ihrer Kindheit in den 50ern, „von der Zeit, in der kaum was da war, und wir trotzdem keinen Hunger hatten“. Im Garten hinter dem Siedlungshaus am Oemberg war immer etwas Gutes zu finden: Obst, Gemüse, Kartoffeln. Gerichte, die einst schon Mutti zubereitete, serviert Christa Dorn bis heute gern ihren vier Kindern, den elf Enkeln. Ein Klassiker aus dem Rezeptblock: Kopfsalat mit Kartoffelwürfeln und gekochten Eiern sowie Pfannkuchen.

Beim Zupfen des Kopfsalates – „bitte in mundgerechte Stücke und die welken Blätter weg“ – erzählt sie vom Vater, der hart arbeitender Schlosser war, und als einziger auch werktags Fleisch bekam. Die Kinder mussten auf den Sonntagsbraten warten, „wir waren aber nicht neidisch, gönnten es ihm“.

Aus Sparsamkeit habe die Mutter kaum etwas weggeworfen. Was von einer Mahlzeit übrig blieb, wie Bratkartoffeln oder Reibekuchen, nahm Christa am nächsten Tag „auf Brot“ mit in die Schule. Die Stullen waren begehrt. „Mädchen aus reicherem Haus mit feinen Wurstwaren auf dem Brot, haben gerne mit mir getauscht.“

Die Kartoffeln vom Braten am Vortag fanden so noch Verwendung

Lieblingsrezepte Den Salat samt der Pfannkuchen gab es oft montags. Die Kartoffeln vom Braten am Vortag fanden so noch Verwendung. Und auch Hobbyköchin Dorn bereitet die Knollen am liebsten vorab zu; „am besten schmecken sie, wenn sie noch lauwarm sind“. In Würfelform landen sie mit den Eistückchen im Salat. Das Dressing aus „zwei Esslöffeln hellem Balsamico-Essig, klein gehackter Lauchzwiebel, Schnittlauch, Senf, etwas Honig und vier Esslöffeln Olivenöl“ kommt erst unmittelbar vor dem Essen darüber. Umgerührt werde alles am besten mit bloßen Händen.

Christa Dorn hatte Glück, der Bauch war nie leer, „und meine Mutti war auch noch Schneiderin, hat mir immer schöne Kleider genäht“. Nicht nur die Lust am Kochen – „das ist für mich pure Entspannung und ich probiere ständig Neues aus“ – lernte die Mülheimerin daheim, auch das Thema Mode blieb ein Begleiter. Bis heute betreibt die 71-Jährige ein Pressebüro, sorgt zum Beispiel dafür, dass die Produkte großer Schuhhersteller ihren Platz finden im redaktionellen Teil von Frauenzeitschriften.

„Beim Pfannkuchen“, sagt Christa Dorn noch, sei es vor allem wichtig, „dass sie fast so dünn sind wie Crêpes.“ Sie nimmt nicht nur Butter zum Anbraten, sondern danach auch immer einen Schuss Olivenöl, „so werden sie goldbraun und extraknackig“. Diesen Trick kannte Mutti einst noch nicht.

Und so geht’s: Das Rezept und seine Zutaten

„Weil das Rezept herrlich leicht ist“, kocht Christa Dorn es am liebsten im Sommer. Die Kartoffeln vor dem Kochen schälen, würfeln. Auch die hartgekochten Eier würfeln. Den gewaschenen Salat zupfen.

Aus der gehackten Lauchzwiebel, zwei Esslöffeln weißem Balsamico-Essig, vier Esslöffeln Olivenöl, mittelscharfem Senf, einem Spritzer Honig, etwas Wasser, einem Teelöffel Salz, etwas Pfeffer und Schnittlauch eine cremige Sauce rühren.

Die Pfannkuchen entstehen aus 300 g Mehl, 600 ml Milch, einem Schuss Sprudelwasser, zwei Eiern, einem Teelöffel Salz. Alles verrühren und den Teig zehn Minuten quellen lassen. Wenn die Butter in der Pfanne heiß geworden ist, den Teig dazugeben und dünne, goldbraune Kuchen ausbacken.

Zutaten für vier Personen: 6 Kartoffeln, 4 Eier, Kopfsalat; 1 Lauchzwiebel, Essig, Olivenöl, Senf, Honig, Salz, Pfeffer, Schnittlauch; 300 g Mehl, 2 Eier, 600 ml Milch, Sprudelwasser, Butter