Mülheimer serviert Sattmacher mit Tradition

Das Spiegelei ist die Krönung: Aaron-Matthias Kleine tischt seinen Eintopf auf.
Das Spiegelei ist die Krönung: Aaron-Matthias Kleine tischt seinen Eintopf auf.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Wenn der 25-jährige Aaron-Matthias Kleine am Herd steht, soll es genau so schmecken wie früher. Vegane Küche darf man dann nicht erwarten. . .

Mülheim.. Möhrendurcheinander. Mit diesem Klassiker, den er in warmen Worten preist, bewarb sich Aaron-Matthias Kleine per Mail für unsere Serie „Das isst der Pott“. Er verriet auch, dass er gerne, viel und abwechslungsreich koche, immer geleitet von dem Ziel, „dass es so schmeckt wie früher bei Mutter oder Vatter“. Dies könnte ein Mann von sich geben, der in den Fünfzigern oder Sechzigern im Ruhrgebiet Kind war. Überraschung dann, als der Broicher seine Wohnungstür öffnet: Aaron-Matthias Kleine ist gerade mal 25.

Doch in seinem Elternhaus, wo häufig der Vater am Herd stand, wurden Traditionen gepflegt: „Es wurde immer frisch gekocht, und zwar wie vor 50 Jahren“, berichtet der junge Mann. „Jeden Freitag gab es Fisch, sonntags Braten und Eintopf immer mittwochs.“

An seinem Favoriten, Möhrendurcheinander, versucht er sich, seit er einen eigenen Haushalt hat. „Aber erst, seit ich Schmalzfleisch reintue, schmeckt es wirklich wie zu Hause.“ Den kompakten Klumpen aus der Konservendose, dessen weißliche Bestandteile zu Recht namensgebend sind, legt der Hobbykoch unzerteilt auf die gewürfelten Möhren und Kartoffeln, lässt alles eine knappe Dreiviertelstunde in Brühe schmoren, bis sich das Fett aufgelöst hat.

In der Zwischenzeit serviert Kleine einen kräftigen, gepressten Kaffee, und auch seine Freundin Jana Pape (20) setzt sich mit in die Sofaecke, zum Plausch, während Kätzchen Mia in Knöchelhöhe umherschleicht. Bei ihnen würde fast jeden Abend gekocht, sagt das junge Paar, das seit gut einem Jahr zusammenwohnt. Letztens gab es Rouladen, aber auch Chili con Carne darf es immer gerne sein. Rezepte und Mengenangaben suchen sie sich häufig aus dem Internet, „es gibt aber auch schon mal Tipps von meiner Oma“, meint Jana Pape, „oder ich rufe meine Mutter an“.

Kleine leitet eine eigene Kochgruppe

Während sie Heilpädagogik studiert, arbeitet Aaron-Matthias Kleine als Integrationshelfer an der Rembergschule sowie als Mitarbeiter bei der Lebenshilfe e.V., wo er Reisen und Bildungsangebote für behinderte Menschen organisiert. „Ich hatte dort auch lange eine Kochgruppe.“ In wenigen Wochen will er eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger an einer Duisburger Fachschule beginnen.

Einen Sommerurlaub können sich die beiden vorher wohl nicht mehr erlauben, aber vielleicht ein paar Ferientage. „Wir haben uns gerade ein Wurfzelt gekauft, um spontan zu sein.“

Und so geht’s: Das Rezept und seine Zutaten

Für 4 Personen: 1 kg Möhren, 1 kg Kartoffeln, eine Dose Schmalzfleisch, ca. ½ Liter Fleisch- oder Gemüsebrühe (Instant), evtl. ein Stich Butter, etwas Zucker, Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, 4 Eier

Möhren und Kartoffeln schälen, mit Wasser abspülen und in Würfel schneiden. Etwa ½ Liter Brühe anrühren. Möhren (leicht gezuckert) mit den Kartoffeln in einen großen Topf geben, man braucht später Platz zum Stampfen. Schmalzfleisch aus der Dose oben drauf legen, nicht umrühren. Gut ¼ Liter Brühe hinzu gießen. Im geschlossenen Topf etwa 20 Minuten kochen, dann den Rest Brühe zugeben und weitere 20 Minuten kochen. Wenn Möhren und Kartoffeln weich sind, alles stampfen. Wer mag, fügt etwas Butter hinzu, dann wird das Gericht cremiger. Beim Würzen das Salz vorsichtig dosieren, wegen der Brühe. Abschmecken mit frisch gemahlenem Pfeffer und Kümmel. Wer mag, krönt das Ganze mit Spiegelei.