Mülheimer serviert einen Klassiker der deftigen Küche

Bernd Lindner bereitet Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpüree zu.
Bernd Lindner bereitet Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpüree zu.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wenn Bernd Lindner am Herd hantiert, brutzelt immer auch eine Portion Spaß mit. Der pensionierte Lehrer kocht im Alltag gerne für sich und seine Frau.

Mülheim.. Eigentlich trägt Bernd Lindner zum Kochen nur selten eine Schürze. Heute macht er für uns eine Ausnahme und erzählt einen Trick, den ihm Profikoch Peter Henzek im Kochkurs verraten hat: „Die Schleife immer unter der Schürze binden – dann sieht man den Bauch nicht so“, lacht der sympathische Hobbykoch. An diesem Tag bereitet er einen Klassiker der gutbürgerlichen Küche zu. „Weil es so schön einfach ist“: Kassler mit Sauerkraut und Kartoffelpüree.

Bernd Lindner hat die Allzweckwaffe seiner Küche auf dem Herd in Stellung gebracht: den Schnellkochtopf. „Mit dem geht alles ruckzuck“, sagt er, greift zum Messer, drückt den Speck auf ein Brettchen und zerteilt ihn in kleine Würfel.

Aufgetischt wird bei den Lindners in der Küche ihres Einfamilienhauses an der Ruhrstraße. Die letzten Jahre seiner Lehrerlaufbahn hat Bernd Lindner an einer Gesamtschule in Duisburg unterrichtet. Wenn er Feierabend hatte und auch die drei Söhne aus der Schule kamen, wechselten sich Bernd und Elisabeth Lindner wochentags mit dem Kochen ab. „Die Jungs wollten oft Fleisch essen, das hat sich heute, wo sie erwachsen sind, stark gewandelt.“

Lieblingsrezepte

Mit dem scharfen Schälmesser sind die Knollen flott enthüllt

Nun sind die Kartoffeln dran: Mit dem scharfen Schälmesser sind die Knollen flott enthüllt. „Je kleiner die Stücke, desto schneller sind sie gar“, sagt Bernd Linder und lässt die Würfel ins Salzwasser gleiten. Deckel auf den Drucktopf – und 20 Minuten warten. Hat Ihre Mutter dieses Gericht auch schon zubereitet? „Ja, meine Eltern waren beide berufstätig, sie haben vorgekocht und wir Kinder haben es dann aufgewärmt.“ Ohnehin – das Kochen verbindet der 66-Jährige mit schönen Erinnerungen. „Mit meiner Mutter habe ich oft am Wochenende gekocht und mich dabei mit ihr über Gott und die Welt unterhalten.“ Verfeinert habe er seine Kochkünste aber erst später in der Studienzeit. „Da haben wir in den WGs reihum gekocht.“

Der Schnellkochtopf zischt, die Kartoffeln sind durch. Bernd Lindner stampft sie klein und gibt nach und nach einen Schuss Milch sowie ein Stück Butter hinzu. „Dann wird es schön sämig.“ Das Kassler hat sich, während es im Sauerkraut ruhte, aufgewärmt und kann nun angeschnitten und serviert werden. Auf warmen Tellern tischt der Gastgeber auf – mmh!

Seit er vor anderthalb Jahren in Pension ging, greift Lindner öfter zum Kochlöffel. Manchmal zusammen mit seiner Frau, „aber nur nach präziser Absprache“, lacht er. So oder so – eine große Portion Freude brutzelt bei ihm immer mit. Mit dieser Geheimzutat schmeckt das Essen nämlich doppelt so gut.

Und so geht’s: Das Rezept und seine Zutaten

„Weil das Rezept so schön einfach ist“, kocht Bernd Lindner es am liebsten alltags, wenn’s schnell gehen soll. Zunächst würfelt er Speck und Zwiebeln, lässt gleichzeitig Fett im Topf zergehen. Darin werden Speck und Zwiebeln angeschwitzt, dann kommt das Sauerkraut mit 4-5 Pimentkörnern, 2 Lorbeerblättern, Kümmel, Salz und Pfeffer dazu in den Topf. Deckel drauf, ca. 20 Minuten kochen lassen. Die Kartoffeln schälen, in kleine Stücke schneiden und ca. 15 bis 20 Minuten kochen lassen.

Wenn das Sauerkraut durch ist, das Stück Kassler dazu geben und bei kleiner Hitze solange stehen lassen, bis es heiß ist. Die Kartoffeln werden mit Butter und Milch zu Püree gestampft und mit Muskatnuss verfeinert.

Zutaten für vier Personen: 8 Kartoffeln, 1 kg Sauerkraut, zwei Scheiben Speck, 600 g Kassler, 1 große Zwiebel, Salz, Pfeffer, Kümmel, Muskatnuss, Pimentkörner, Butter, Milch