Mülheimer Köchin kocht Kindern gerne Eintopf

Kartoffeln schälen, und dann ab damit in den Topf. „Sobald das Wasser brodelt, lässt man sie 20 Minuten köcheln“, sagt die Frau vom Fach.
Kartoffeln schälen, und dann ab damit in den Topf. „Sobald das Wasser brodelt, lässt man sie 20 Minuten köcheln“, sagt die Frau vom Fach.
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Was wir bereits wissen
Kindergartenköchin Petra Slickers wird am Arbeitsplatz oft stürmisch begrüßt. Häufig steht Gutbürgerliches auf ihrem Plan. Und das lieben die Kurzen.

Mülheim.. Im Kindergarten sind Eintöpfe der Renner. Petra Slickers, Köchin im Familienzentrum „Panama“ an der Nordstraße, verwöhnt ihre rund 50 Jungen und Mädchen gern mit Linsen-, Erbsen- oder Kürbissuppe, tischt Gutbürgerliches wie Möhrendurcheinander, Wirsing oder Spitzkohl auf. „Da stehen die total drauf.“ Genau so wie auf einen Klassiker der mölmschen Küche: auf Endiviendurcheinander. Das Traditionsgericht bietet Slickers in der Kita aber nur mit Geflügelfleischwurst an: „Wir haben viele muslimische Kinder und verzichten deshalb auf Schweinefleisch.“

Beim Kochen mit der WAZ am heimischen Herd in Styrum ist das anders: Die 48-jährige Köchin hat Endivien gekauft und einen Sack Kartoffeln, die Zutaten fürs Dressing bereitgestellt. Daneben liegen, so wie es sich für das Ur-Mölmsche Lieblingsrezepte Rezept gehört, ein Stückchen Blut- und ein Stückchen Fleischwurst.

Die Endivie muss zuerst baden gehen; zehn Minuten schwimmt sie in der gefüllten Spüle, „damit die Bitterstoffe verschwinden“. Die Kartoffeln kommen derweil in den Topf. „Sobald das Wasser brodelt, lässt man sie 20 Minuten köcheln.“

Kochkurse für Menschen mit geistiger Behinderung

Tipps fürs Werkeln in der Küche gibt sie gern, hat schon Kochkurse für Menschen mit geistiger Behinderung gegeben. Slickers hat selbst eine gehandicapte Tochter, folglich keine Berührungsängste. Damit die zehn Kursteilnehmer, die weder lesen noch schreiben konnten, die Anleitung erfassten, hat sie Bildrezepte entworfen, also Zutaten wie Eier einfach aufgemalt. „Das hat mir viel Spaß gemacht.“

Die Kartoffeln sind fertig; Slickers rührt die Salatsoße an. „Das Dressing muss kräftig, fast schon zu salzig sein. Der Endiviensalat kommt ja aus dem Wasser, und sonst wäre das Ganze zu labbrig.“

Für die Panama-Kinder, die sie morgens gern empfangen mit der Frage „Petra, was gibt’s denn heute?“, bereitet sie auch mal Exquisites zu wie Fischragout mit Reis und Gurkensalat oder Bandnudeln mit Lachs. „Sie sollen an viele Dinge herangeführt werden“; das sei zu Hause leider keineswegs immer der Fall. Pommes, Schnitzel und Currywurst, na klar, das sei den meistens bekannt, „deshalb gibt’s das bei uns auch nur selten“. Hausmannskost dagegen kennen wenige. Und was auch noch auffalle: „Am Montag futtern sie alles leer, vielleicht gibt es am Wochenende zu Hause nicht immer genug.“

Eltern, die Slickers Kochkünste ausprobieren möchten, finden einzelne Rezepte in der Broschüre „Lecker, gesund und einfach. . . das Beste aus Mülheimer Kitas“, die sie mit anderen Kindergarten-Köchen erstellt hat (www.muelheim-ruhr.de/cms/prima_leben.html).

Und so geht’s: Das Rezept und seine Zutaten

Endivien (ohne Strunk) säubern und vierteln, die Blätter im Wasser ziehen, dann abtropfen lassen. In Streifen schneiden. Kartoffeln schälen, achteln, in Salzwasser kochen. Die Salatsoße zaubern aus gehackter Zwiebel, anderthalb Teelöffeln Salz, einer Prise Pfeffer, einem Teelöffel Zucker, drei Esslöffeln Apfelessig, einem Teelöffel mittelscharfem Senf und drei Esslöffeln Rapsöl. Die Blutwurst und/oder Fleischwurst fingerdick schneiden. Kartoffeln mit einem halben Liter warmer Milch zu Brei stampfen, Salz, Pfeffer und Muskat dazu. Die Wurst in Mehl wenden, zwei Minuten braten. Das Püree kommt zuerst auf den Teller, die mit dem Dressing vermischten Endivien darüber, dann wird verrührt. Zuletzt die Wurst dazu.

Für vier Personen: 1 Endiviensalat, 1 Kilo Kartoffeln, ein halber Liter Milch, Muskat, Salz, Pfeffer, 1 Zwiebel, Essig, Öl, Senf, Zucker, 1 Kringel Blut- oder Fleischwurst, Mehl, Öl