Hausmannskost wie bei Muttern

Das isst der Pott. Wir kochen "Gulasch mit Bohnensalat" mit Leserin Petra Gallert (rechts) und Ehemann Bodo.
Das isst der Pott. Wir kochen "Gulasch mit Bohnensalat" mit Leserin Petra Gallert (rechts) und Ehemann Bodo.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Petra Gallert kocht gerne gutbürgerlich. Gulasch mit Kartoffeln und Bohnensalat haben schon ihre Eltern gerne gezaubert. Fleisch gab es damals fast nur sonntags

Mülheim.. Gutbürgerliche Kost steht bei Petra Gallert oft auf dem Speiseplan, noch aus Kindertagen kennt sie das Gericht, mit dem sie uns heute verzaubern will: Gulasch mit Salzkartoffeln und Bohnensalat.

„Das ist lecker und preiswert“, nennt sie gleich zwei Vorteile des deftigen Essens. Als sie noch klein war, wurde sie von ihren Eltern bekocht – der Vater war häufig für das Fleisch zuständig, er wusste aber auch, wie man den Bohnensalat anmacht. Später hat Petra Gallert ihre Söhne mit dem Gulasch nach Art der Familie verwöhnt, heute – beim Kochen für die WAZ – steht sie mit ihrem Mann Bodo am Herd.

Gute Vorbereitung ist alles – das ist ganz sicher ein Leitsatz der Speldorferin. Denn: Alle Zutaten stehen schon auf dem Arbeitstisch, fein säuberlich auf Schüsselchen und Tellerchen verteilt. Auch eingekauft hat sie ganz bewusst, hat Schweine- statt Rindfleisch gewählt, „weil’s schneller geht und billiger ist“.

Erstmal aber gilt es Zwiebeln und Kartoffeln zu schälen. „Das ist Männersache“, sagt Petra zu ihrem Bodo. Sie erhitzt das Öl und prüft, ob es heiß genug ist. „Ich halte ein Stück Fleisch rein, und wenn datt schnurrt, dann isset gut“, erklärt die gebürtige Essenerin in Ruhrpott-Manier. Ihr Gatte, der aus Sachsen-Anhalt stammt, fügt in seiner Mundart hinzu: „Das sieht jetzt erstmal viel aus, aber das Fleisch schnurzelt ja ein.“

Als es eingeschnurzelt und braun ist, fügt unsere Köchin Wasser, Wein und Gewürze hinzu. „Jetzt muss das 45 bis 60 Minuten köcheln. Bei Rindfleisch bräuchte man mehr“, sagt sie. Dass Gulasch ebenso wie mancher Eintopf am Folgetag noch besser mundet, ist für die Gallerts klar. Deshalb kochen sie etwas mehr – zu den Resten soll es morgen Nudeln geben.

Heute aber werden Kartoffeln serviert und dazu der Bohnensalat mit Zwiebelstückchen. Die Sauce ist etwas süßlich, sie darf keinesfalls zu sauer sein. Deshalb wird der Essig mit Wasser verdünnt, „So wie bei meinem Papa“, sagt Petra Gallert, die als Altenpflegerin arbeitet. Während der Gulasch gart, ist Zeit, ein bisschen zu plaudern.

Die Küchenfee erinnert sich an ihre Kindheit und ihr früheres Zuhause. „Wir hatten Obstbäume im Garten, jeden Samstag wurde Kuchen gebacken. Pflaumenkuchen mit Hefeteig, Apfelkuchen mit Streuseln, Kirschkuchen – einfach lecker.“ Apropos lecker: Unser Essen ist fertig, es wird aufgetischt. Der Gulasch ist richtig gut, butterweich und leicht scharf. Und wer will, darf die Kartoffeln mit der Sauce verknetschen.

Und so wird’s gemacht: Zubereitung und Zutaten

Die Zutaten für 4 Personen

  • 1 kg Schweinefleisch (mager)
  • 2 Zwiebeln, Öl, 2 EL Salz, 2 TL Pfeffer
  • je 2 EL Paprikapulver süß/scharf
  • 2 Gläschen Rotwein
  • 200 g Champignons
  • 1 kg Kartoffeln

Das Sonnenblumenöl erhitzen, Schweinefleischstücke anbraten. Wenn das Wasser aus dem Fleisch weggekocht ist, 1 bis 1,5 Liter Wasser zugeben und aufkochen lassen, dann erst Zwiebelringe dazugeben sowie etwas Salz, den Pfeffer, das Paprikapulver und den trockenen Rotwein. Danach etwa 50 bis 60 Minuten auf mittlerer Stufe köcheln lassen.

Zwischenzeitlich den Salat anrichten. Dazu zwei Gläser Brechbohnen und eine große Zwiebel gehackt in die Schüssel geben, etwas Rapsöl, Bohnenkraut, je eine Prise Zucker, Salz und Pfeffer dazugeben sowie Essig (mit Wasser verdünnt). 20 Minuten, bevor der Gulasch gar ist, 1 kg Kartoffeln kochen. Gulaschsaft mit Soßenbinder oder Mehl andicken, dann servieren.