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Ehrenamtliches Engagement

Das gute Gefühl, helfen zu können

14.07.2009 | 20:44 Uhr
Das gute Gefühl, helfen zu können

Die „Heinzelwerker” erledigen kleine Reparaturen für Menschen, die sich einen Handwerker nicht leisten können

Köln hatte, zumindest der Sage nach, seine Heinzelmännchen. Mülheim hat seit April seine Heinzelwerker. Und die sind nicht nur sagenhaft, sondern auch ganz konkret zur Stelle, wenn es im Haushalt irgendwo klemmt.

Nur mal angenommen: Sie haben zwei linke Hände und kein Geld, um Handwerker zu bestellen, die Ihnen zum Beispiel ein Bild aufhängen oder eine Waschmaschine anschließen? Sie brauchen jemanden, der Ihnen den Wasserhahn repariert, eine Schublade richtet, ein Stuhlbein anleimt, eine Lampe anschließt oder ein Regal aufhängt?

Dann sind Sie bei den ehrenamtlich arbeitenden Heinzelwerkern an der richtigen Adresse. „Unser Lohn ist das gute Gefühl, helfen zu können, und die Dankbarkeit der Menschen”, sagt Erich Reichertz, der das Netzwerk der inzwischen 14 Heinzelwerker ins Leben gerufen hat. Der 60-jährige Elektrotechniker hat bis zu seiner Pensionierung in leitender Position beim Energieversorger RWE gearbeitet. Dann fragte sich Reichertz, der sich selbst als „100-Prozent-Typen, der keine halben Sachen mag” beschreibt: „Was fange ich jetzt mit meiner Zeit an? Zuhause herumsitzen oder durch die Weltgeschichte fahren wäre nichts für mich”, erklärt er.

In seinem Tatendrang wandte er sich an das CBE, doch die Projekte, die ihm dort zur ehrenamtlichen Mitarbeit angeboten wurden, begeisterten ihn nicht wirklich. Doch ein Seminar brachte ihn auf die Idee mit den Heinzelwerkern, die vor allem alten, bedürftigen und behinderten Menschen als handwerkliche Nothelfer bei kleineren Reparaturen helfen sollten.

Weil Reichertz offensichtlich nicht nur ein geschickter Hand-, sondern auch Netzwerker ist, gewann er rasch Mitstreiter, die bei seinem Projekt mit Kopf und Hand mitarbeiten wollten. Er stellte seine Idee nicht nur dem Handwerk, sondern auch den Wohlfahrtsverbänden vor, um einerseits seine Zielgruppe ansprechen zu können und andererseits vermeintlichen Konkurrenzängsten vorzubeugen. Denn als Konkurrenz zu Handwerksbetrieben verstehen sich die Heinzelwerker ausdrücklich nicht.

Bei größeren Aufträgen, etwa, wenn es um Malerarbeiten, die Verlegung von Teppichen und Laminatböden oder Installationsarbeiten geht, verweisen sie automatisch an das Handwerk. Da sie sich auf kleinere Reparaturarbeiten spezialisiert haben, füllen sie eine Marktlücke, die Handwerksbetriebe aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht ausfüllen. Zudem wären auch diese Dienste für bedürftige Auftraggeber kaum zu bezahlen.

„Wir halten es, wie bei der Mülheimer Tafel: Bedürftig ist, wer sich dafür hält”, sagt Reichertz mit Blick auf die potenziellen Auftraggeber der Heinzelwerker. Logistisch und versicherungstechnisch werden die Heinzelwerker vom Diakonischen Werk unterstützt. Dessen Telefonzentrale nimmt die Aufträge für die Heinzelwerker entgegen und leitet sie per E-Mail an Reichertz weiter, der das Intranet der Heinzelwerker betreut und die Arbeitseinsätze koordiniert. „Wir versuchen, alle Aufträge ein oder zwei Tage nach ihrem Eingang zu erledigen”, betont Reichertz. Er lässt keinen Zweifel daran, dass sich die derzeit 13 Heinzelwerker und ihre Heinzelwerkerin, allesamt handfeste und handwerklich geschickte, Unruheständler, über jede Verstärkung freuen würden.

Besonders gefreut hat sich CBE-Geschäftsführerin Andrea Hankeln darüber, dass der Energieversorger RWE den Heinzelwerkern ein Startbudget von 3000 Euro zur Verfügung gestellt hat. Aus diesem Topf können die fleißigen Helfer bei ihren Einsätzen anfallende Fahrt- und Materialkosten begleichen. Und obwohl sie natürlich ehrenamtlich Hand anlegen, darf man ihre Hilfe, wenn man es sich leisten kann, auch mit einer kleinen Spende belohnen, die in eben diesen Topf fließen wird, der dafür sorgt, mittellosen Auftraggebern helfen zu können, ohne am Ende beim ehrenamtlichen Arbeitseinsatz auch noch draufzahlen zu müssen.

Hintergrund: Auftrag per Telefon oder E-Mail an das Diakonische Werk

Das Heinzelwerk, das ehrenamtlich und vorbehaltlos bedürftigen Menschen hilft, kann immer montags, donnerstags und freitags (von 7.30 Uhr bis 16.30 Uhr), dienstags von 7.30 Uhr bis 18 Uhr und mittwochs von 7.30 Uhr bis 13 Uhr über das Diakonische Werk am Hagdorn 1a angefordert werden. Entweder per Telefon unter 3 00 3 277 oder per E-Mail an heinzelwerk@diakonie-muelheim.de.

Wer bei den Heinzelwerkern selbst mitmachen möchte, kann sich beim CBE unter 97 0 68 13 melden. Wer das Heinzelwerk durch seine Spende unterstützen möchte, kann beim CBE und beim Diakonischen Werk die Bankverbindung der hierfür eingerichteten Spendenkonten erfahren. T.E.

THOMAS EMONS

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Kommentare
17.07.2009
21:50
Das gute Gefühl, helfen zu können
von Lichtbringer | #4

Ne, ich kenn solche ***********!
Über mir hat so eine gewohnt... Ich könnte jetzt hier seitenweise schreiben was sie für ein *********** war, wie sie immer nur gegen andere gehetzt hat... Aber so viel: Ihr einziger Besuch war der Pflegedienst einmal in der Woche... Sie ist verdammt einsam gestorben!
Ich kenne andere alte Menschen... Die sind gut drauf und freundlich - die haben dann auch Freunde und Verwandte die für die da sind!

16.07.2009
11:41
Das gute Gefühl, helfen zu können
von joatiat | #3

@ luzifer, #2
Du bist anscheinend noch jso jung, dass du es noch nicht kennst, dass Freunde auch wegsterben können,
dass auch durch eine wie-auch-immer-Behinderung ein soziales Umfeld wegbrechen kann.
Ich finde das Engagement gut, denn auch die Helfer selbst bauen neue Kontakte auf, auf die sie selbst mal angewiesen sein können.

15.07.2009
23:55
Das gute Gefühl, helfen zu können
von Lichtbringer | #2

Nur mal angenommen: Sie haben zwei linke Hände und kein Geld, um Handwerker zu bestellen, die Ihnen zum Beispiel ein Bild aufhängen oder eine Waschmaschine anschließen?

Tja, für sonen Fall gibts für normale Menschen dann noch Freunde oder Bekannte ^^

15.07.2009
09:59
Das gute Gefühl, helfen zu können
von Santanas | #1

Ich helfe gerne, noch Frauen da.......................

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