Das Geld liegt auf den Girokonten

Umgebaut wird die Hauptstelle der Sparkasse am Berliner Platz.
Umgebaut wird die Hauptstelle der Sparkasse am Berliner Platz.
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Was wir bereits wissen
Die Sparkasse konnte ihre Bilanz steigern, verzeichnet mehr Kundeneinlagen und Baufinanzierungen. Die Sparer legen aber trotz Niedrigzinsen ihr Geld vorsichtig an.

Mülheim.. Es sind vor allem zwei Trends, die Martin Weck, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mülheim, im vergangenen Jahr ausmachen konnte: Die Kunden legen mehr, dafür aber kürzer an. Und: Viel Geld wird kurzfristig auf den Girokonten geparkt, in der Hoffnung, dass die derzeit niedrigen Zinsen wieder steigen und auch um liquide zu bleiben. „Es liegt so viel auf den Girokonten, wie es sich unsere Vorgänger nie hätten vorstellen können“, bilanzierte gestern der Sparkassenvorstand. Es sei ein „interessantes Jahr mit vielen Veränderungen“ – und vielen Hochs gewesen.

Die Bilanz

Die Sparkasse blickt mit einer Bilanzsumme von 2,8 Milliarden Euro (plus 150 Millionen) und Kundeneinlagen von 1,8 Milliarden (plus 64 Millionen) im Jahr 2014 auf eine „erhebliche Steigerung“ gegenüber 2013 zurück. Einen weiteren, wenn auch kleinen Anstieg verzeichnete das Finanzunternehmen beim Kreditvolumen, das auf um knapp 20 Millionen Euro auf 2,2 Milliarden Euro stieg. Erheblich Deutlicher fiel der Zuwachs bei den Baufinanzierungen aus. Für knapp 135 Millionen Euro konnte die Sparkasse Neuverträge abschließen. 2013 lag die Summe bei 106 Millionen. Grund hierfür sind die niedrigen Zinsen, die Kunden verstärkt nutzen, um in die eigenen vier Wände zu investieren, konkret in 223 Ein- und Zweifamilienhäuser, in 286 Eigentumswohnungen, 95 Mehrfamilienhäuser und 422 Modernisierungen.

Wertpapiere

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Trotz des niedrigen Leitzinses, der für die Banken und Anleger immer mehr zum „Leidzins“ wird, investieren die Kunden nur vorsichtig verstärkt ins Wertpapiergeschäft. Die Bilanz weist hier 794 Millionen Euro aus. „Die Kunden suchen nach Alternativen im Wertpapierbereich“ sagt Ralf Dammeyer, Mitglied des Vorstandes. Deshalb setzt die Sparkasse auch verstärkt auf eine intensive Beratung. Der Anlagebedarf sei bei jedem Kunden unterschiedlich. 2014 wurden zu 24,5 Prozent in festverzinste Wertpapiere, zu 14,2 Prozent in Rentenfonds, 7,7 Prozent in Aktienfonds und 7,5 in Immobilienfonds investiert.

Beratung statt Service

Die Sparkasse baut die „individuelle Betreuung personell und räumlich aus“, blickt Martin Weck nicht nur zurück. Service würde von den Kunden immer weniger nachgefragt. Und nachdem die Filialen in Holthausen und Dümpten modernisiert wurden, steht im April auch in der Hauptstelle am Berliner Platz eine Großbaustelle an. Die Beratungsmöglichkeit soll durch mehr Rückzugsräume für Kundengespräche verdoppelt werden, zudem wird die Technik im Haus erneuert. Bis zum Herbst sollen die Arbeiten andauern. Eine Containerlösung für den Kundenbetrieb auf dem Berliner Platz soll es aber nicht geben. „Wir rücken zusammen“, sagt Martin Weck. Rund vier Millionen Euro investiert die Sparkasse auf drei Jahre gesehen in die Umbauten. Ganz oben auf der Wunschliste steht auch der Umbau der Filiale in Speldorf. Daraus wird aber nichts mehr in 2014.

Sponsoring

Gut eine Million Euro konnte die Sparkasse wieder für städtische Sport-, Kultur- und Sozialprojekte zur Verfügung stellen. Gerade bei den Sozialprojekten sieht Weck langfristig eine „gute Rendite“. Mit 5000 Euro wurde beispielsweise das Haus „Humy“ unterstützt, 295.000 Euro flossen in den Sportbereich, beispielsweise für den Umbau des Sportplatzes Moritzstraße. Die Kultur wurde mit 352.200 Euro gefördert, die Wissenschaft mit 111.100 Euro und in den Sozialbereich gingen 242.000 Euro.