WAZ-Serie: Selbsthilfe
Das Gefühl, nicht allein zu sein
20.01.2009 | 17:12 Uhr 2009-01-20T17:12:00+0100Schnelle Hilfe ist wichtig: Die Selbsthilfegruppe für Krebspatienten begleitet Betroffene von der Erstdiagnose an
Todesangst. Und keiner kann mir helfen. So fühlen sich viele Menschen nach der Diagnose „Krebs”. Marlies Nolden und Renate Biesen ging es genauso. „Viele fallen in ein Loch”, sagen die beiden. Das Ansinnen des Ev. Krankenhauses, eine Selbsthilfegruppe für Krebspatienten zu gründen, fiel bei den beiden auf fruchtbaren Boden. Im März '99 war Gründungstreffen. Sofort war klar, wie wichtig schnelle Hilfe ist – am besten gleich nach der Erstdiagnose. So besuchen sie die Patientinnen noch im Krankenhaus – natürlich nur auf Wunsch. „Das kann Mut machen”, sagt Marlies Nolden.
In der Selbsthilfegruppe, die von den Chefärzten aller Fachrichtungen des Tumorschwerpunkts am EKM unterstützt wird, treffen sich krebskranke Frauen, aber auch betroffene Männer und Angehörige. Zu den Treffen kommen ca. 40 Teilnehmer. „Das ist kein Kaffeekränzchen”, betont Nolden. Sie organisiert Vorträge (wobei es nicht nur um Krebs geht), besucht Veranstaltungen und nimmt an Info-Tagen teil. Marlies Nolden und Renate Biesen sind zu wichtigen Ratgebern für die Patienten geworden. Die Erfahrung anderer Krebspatienten hilft vielen Betroffenen, sie haben das Gefühl, nicht allein zu sein.
Das Thema ist nie zu Ende. Krebspatienten können immer Rückschläge erfahren, müssen OPs und Chemotherapien über sich ergehen lassen. Auch in der Gruppe gibt es Todesfälle. „Das belastet sehr”, so Frau Nolden und Frau Biesen. Viele Stunden im Monat sind sie unterwegs, telefonieren, besuchen, organisieren, reden. Es gehe oft an die Substanz, „aber es kommt so viel zurück, das motiviert sehr.” ist
» Treffen: Jeden ersten Mittwoch im Monat, 16.30 Uhr, im EKM oder unter: Selbsthilfebüro 300 48 14

0mitdiskutieren