Das Festival als Karriere-Sprungbrett

Lernen von Lang Lang: Matthias Hegemann wird von dem Pianisten gefördert.
Lernen von Lang Lang: Matthias Hegemann wird von dem Pianisten gefördert.
Foto: Arte
Was wir bereits wissen
Arte zeigt in der Nacht zu Montag die Dokumentation „Lernen von Lang Lang“. Ein Jahr lang begleitete ein Kamerateam das Mülheimer Ausnahmetalent Matthias Hegemann. Lang Lang fördert den 16-Jährigen mit seiner Stiftung.

Mülheim.. Die Ausstrahlung dieser Dokumentation passt zur Programm-Präsentation des Klavier-Festivals Ruhr. Denn das Festival war für das inzwischen 16-jährige Ausnahmetalent ein wichtiges Sprungbrett. Durch die Nachwuchsförderung des Festivals gelangte Matthias Hegemann über ein gemeinsames Spiel mit Tamara Stefanovich schließlich zu Lang Lang, der den Mülheimer mit seiner Stiftung förderte.

Vorläufiger Höhepunkt der Karriere des Mülheimers dürfte das Geburtstagskonzert in der Berliner 02-World mit 49 weiteren Kindern sein. „Lernen von Lang Lang“ heißt der zweiteilige, knapp einstündige Beitrag, der in der Nacht zu Montag, 19. Januar, um fünf Minuten nach Mitternacht auf Arte zu sehen. Aber man kann das Aufnahmegerät ja programmieren oder die Mediathek nutzen.

Der musikalische Weg

Als Sinnbild sollte man diese Uhrzeit nicht nehmen. Zu spät ist es für Matthias Hegemann noch nicht. Er hat seine Zukunft noch vor sich. Begonnen hat er an den 88 schwarzen und weißen Tasten im Alter von vier Jahren. In einem musischen Haushalt, die Eltern spielen beide mehrere Instrumente, blieb sein Talent nicht lange unbemerkt. So gewann Matthias in rascher Folge mehrere Preise bei Jugend Musiziert und anderen Wettbewerben, so dass er beim Klavierfestival bereits im Alter von acht Jahren in der Philharmonie in Essen auftrat.

Dieses Talent entging auch den Mülheimer Kulturinteressierten nicht. So war es gar nicht so eine große Überraschung, das Hegemann 2008 als Elfjähriger den Förderpreis des Ruhrpreises erhielt. Damit war er der jüngste Preisträger überhaupt. Das Preisgeld von 2500 Euro wollte er als Grundstock nehmen, um auf einen Steinway-Flügel zu sparen. Seitdem ist immer wieder das Foto zu sehen, das ihn auf der roten Bank der Sparkasse, die den Ruhrpreis stiftet, zeigt – vor einem Flügel sitzend. Doch in den vergangenen sechs Jahren ist der Junge groß geworden und sein Spiel gereift.

Von Proben und Kameras

Zwei bis zweieinhalb Stunden täglich übt er, liebt vor allem Brahms, Mozart und Chopin. Er muss auch für die Schule lernen, das Klavierspiel darf darunter aber nicht leiden. Meist sind die Prioritäten anders gesetzt. Seinem Vater Stephan Hegemann ist aber eines ganz wichtig: „Wir haben immer Wert darauf gelegt, dass unser Sohn nicht zum Klavierspiel gezwungen wurde und es jetzt auch nicht wird.“ Fußball ist eine andere Leidenschaft des 16-Jährigen. Für Freizeit und Freunde bleibt wenig Zeit. Zudem ist er Jungstudent an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Abteilung Aachen, wo er bei Andreas Fröhlich studiert.

Ein Kamerateam hat ihn ein Jahr lang begleitet. Wird er den Internationalen Musikwettbewerb in Granada gewinnen? Wie beurteilt Lang Lang, mit dem er im Leipziger Gewandhaus vierhändig spielt, seine Entwicklung? In Oxford trifft er bei einem Workshop auf den 90-jährigen Pianisten Menahem Pressler, der als Jugendlicher vor der Verfolgung der Nazis fliehen musste und in den USA Karriere machte. Das sind prägende Begegnungen. Aber auch der Alltag wird in dem Filmbeitrag beleuchtet.