Das fehlte gerade noch!

Die besten Ideen entstehen an der Theke. Da macht einer einen Scherz und statt zu lachen, rattert es plötzlich im Gehirn des Gefoppten. Gar keine schlechte Idee. So war es auch jetzt. „Es fehlt nur noch, dass ihr beim Rosenmontagszug mitmacht“, sagte jemand zu Reinhard Jehles, dem Initiator der Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Mülheim“. Da machte es bei ihm und seinen Mitstreitern Klick. Wo sonst bekämen sie für ihr Anliegen ein so großes Forum. So könnten Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer den Mülheimern für die Welle der Hilfsbereitsschaft danken. Und die Flüchtlinge und Migranten, denen sie Bilder vom närrischen Treiben zeigen, bekamen ganz glänzende Augen. Mit dabei wären sie wohl gerne.

Das Konzept für einen Wagen stand rasch. Technisch wäre das auch kein Problem. Einen Wagen vom Roten Kreuz zu bekommen, so spann Jehles den närrischen Faden, wäre wohl kein Problem, die Flanken mit dem Internet-Banner von der Initiative zu bedrucken auch keines. Schon hatten sie ein Drei-Gestirn gekürt und in der karnevalistischen Euphorie einige Montagen auf Facebook gepostet – da setzte auch schon die Katerstimmung ein: der dazu gehörende Papierkram, die Auflagen und die Versicherung – all das, so zeigte sich nach kurzer Rücksprache mit den offiziellen Karnevalisten, wäre wohl für die Initiative in den verbleibenden zwei Wochen nicht zu stemmen gewesen. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. So werden die Flüchtlinge und die Helfer das närrische Treiben dann wohl 2016 bereichern.