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Das Bild im Hinterkopf

11.07.2011 | 17:59 Uhr
Das Bild im Hinterkopf
Joshua Belack fotografiert. Bild: Stephan Glagla

Mülheim.Durch die Linse sieht die Welt gleich anders aus – man kann sie gestalten, entwerfen, ein neues Bild von ihr komponieren. Das hat Joshua Belack bereits vor drei Jahren fasziniert.

Damals bekam er zu Weihnachten seine erste eigene Kamera geschenkt, eine Spiegelreflex. Seitdem streift der 16-Jährige durch die Stadt, durchs ganze Ruhrgebiet, auf der Suche nach Motiven. Denn mittlerweile ist das Fotografieren längst zur Leidenschaft gereift.

Mit Papas Digitalkamera fing alles an. „Ich habe schon immer gerne Fotos gemacht“, erzählt der Schüler der Realschule Stadtmitte. „Doch die kleine Kamera hat irgendwann nicht mehr ausgereicht.“ Joshua fing an, sich mit Fotografie zu beschäftigen, kaufte sich Bücher, las viel über Bildaufbau, die Technik und ließ sich das Equipment zum Geburtstag oder zu Weihnachten schenken.

Auf der Lauer

Seit drei Jahren zieht er mit seiner Kamera durch Mülheim und lichtet vor allem Gebäude auch Tiere und Landschaften ab. „Ich fahre häufig zur Ruhr und lege mich dort auf die Lauer.“ Nutrias hat er dabei vor die Linse bekommen, Vögel und Entenfamilien. Die glitzerne Ruhr in der Abendsonne, ein Ruderboot vor der Stadthalle – auch so sehen seine Motive aus. „Am liebsten fotografiere ich aber im Dunkeln“, sagt Joshua. „Das hat mehr Atmosphäre.“ So wie das Schloß Broich , die Stadthalle, die Altstadt oder die Ruhr an Silvester mit Feuerwerk am Himmel.

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Mittlerweile sei sein Blick geschärft, sein Auge immer auf der Suche nach geeigneten Motiven, die Bild-Komposition im Hinterkopf. „Ich schaue viel herum, plane Bilder im Kopf und nehme mir dann feste Tage vor, an denen ich losziehe und fotografiere.“ Gerade das gefalle ihm so an der Fotografie – „man ist immer unterwegs und nie nur an einem Ort.“ Häufig fährt er in die MüGa, lichtet Gebäude, Pflanzen oder Menschen rund um den Ringlokschuppen ab. „Gerade im Frühling, wenn es dort blüht, findet man wunderschöne Motive.“

Das Hobby soll zum Beruf werden

Auch die Bildbearbeitung hat sich der Schüler selbst beigebracht. Nach Schnappschuss-Streifzügen experimentiert er am Computer. Denn Joshua mag nicht nur das Kreative, sondern auch die technische Komponente der Fotografie: In seiner Schule installiert er bei Veranstaltungen in der Aula gerne die Ton- und Lichttechnik.

Was sagen Familie und Freunde zum Hobby? „Die freuen sich, dass sie schöne Fotos von sich oder von Festen bekommen.“ Und unterstützen ihn in seiner Leidenschaft. Während andere Jungs zum Fußball gehen, schnappt sich Joshua seine Kamera. Schließlich ist das Ganze nebenbei auch Vorbereitung für den Beruf. „Ich möchte eine Ausbildung zum Mediengestalter machen.“ Beste Referenzen dafür hat er jedenfalls schon – seine Bilder.

Kristina Mader

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