Das Auge hat viel zu entdecken

In ihrem Haus in Holthausen haben Monika und Jürgen aus der Füntenein grünes Refugium.
In ihrem Haus in Holthausen haben Monika und Jürgen aus der Füntenein grünes Refugium.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Garten von Monika und Jürgen aus der Fünten in Mülheim ist mit Liebe zum Detail gestaltet.

Mülheim.. Ihr Garten ist für (fast) alle da. Zumindest ihr Vorgarten – ganz ohne Zaun und Törchen – steht allen offen. Denn der wird ohnehin regelmäßig bestaunt, erzählt Monika aus der Fünten. Wenn also wieder einmal ein Spaziergänger vor ihrem Haus stehen bleibt, sagt die Holthausenerin einfach: „Kommen Sie doch herein und sehen Sie sich im Vorgarten um.“ Sie habe selbst große Freude an ihrem Kleinod und möchte diese Freude gerne mit anderen teilen – aber keinesfalls damit protzen, betont die 71-Jährige.

Für Gesprächsstoff sorge immer wieder die derzeit über und über weißblühende Kletterrose, die bis in eine beachtliche Höhe eine etwas krüppelige Birke vorne an der Einfahrt erobert hat. Schaut man nicht genau hin, könnte man die beiden Pflanzen für nur eine halten. „Dieses Verwirrspiel ist das Tolle“, findet Monika aus der Fünten, die die emsig kletternde Rose vor etwa sieben Jahren von ihrem Nachbarn gegenüber übernommen hat. „Dass die hier so gut wächst, ist ein Geschenk“, sagt die Holthausenerin.

Steine haben viel zu erzählen

Der etwa zwölf Meter tiefe Vorgarten birgt aber noch weitere Schätze: Wunderschöne Rosen und einen Cornus-Baum etwa, der zauberhafte weiße Blüten trägt, daneben ein Wasserbassin, das mal ein großes rechteckiges Waschbecken war und heute von einem Goldfisch bewohnt wird. Dazwischen schlängeln sich liebevoll – von Monika aus der Fünten selbst – angelegte Wege aus Natursteinen, die jeder Besucher gerne betreten darf. „Hier kommen auch oft alte Leute aus dem Seniorenheim vorbei, die lade ich auch immer ein, in den Vorgarten zu kommen“, erzählt die 71-Jährige. Auch den Garten hinter dem Haus, das aus der Füntens seit 31 Jahren bewohnen, teilt Hausherrin Monika – mit ihrem Mann Jürgen, aber auch mit den Nachbarn, deren eigener Garten viel schmaler ist und nicht so eine schöne Wiese hat. Und so kommt Klein-Anna, elf Jahre alt, von nebenan wie selbstverständlich rüber und klettert in den Kirschbaum oder tobt über den Rasen. Genau auf der Grundstücksgrenze steht ein kleiner, alter Apfelbaum. „Das ist unser Wunschbaum, da hängen wir alles rein, was uns gefällt“, sagt Monika aus der Fünten, der es aber gelingt, bei der Deko auf Kitsch zu verzichten. Ganz im Gegenteil, die geschmackvollen Gegenstände, die etwa die Beete schmücken, scheinen sich beinahe zu verstecken, das Auge muss nach ihnen suchen, um sich an ihnen zu erfreuen. Vieles ist mit Steinen gestaltet – große, kleine, runde, längliche. „Steine haben so viel zu erzählen“, sagt Monika aus der Fünten dazu.

Wichtig ist ihr und ihrem Mann auch, möglichst viel Regenwasser aufzufangen, um es für die Gartenbewässerung zu nutzen und so Frischwasser zu sparen. „Vier Wassertonnen haben wir im Garten, die teils miteinander verbunden sind“, erklärt Jürgen aus der Fünten. Und auch der kleine Bachlauf, auf dessen dickem Stein ein metallener Flötenspieler sitzt, wird über die Regenrinne gespeist.

Von der ein paar Stufen über Rasen-Niveau liegenden Terrasse haben Monika und Jürgen aus der Fünten einen tollen Blick auf ihr grünes Refugium. Aber auch dort sind sie nicht ganz alleine. Im Grün, das die Wand bewächst, nisten derzeit Amseln und versorgen geschäftig ihren Nachwuchs.