Da geht die Post ab

Der Vorsatz ist das Eine, die Realität das Andere. Die Post hatte gestern mitgeteilt, trotz Streik sei höchstens mit einem Tag Verspätung zu rechnen. Die Erfahrung unserer Leser sieht anders aus: Zehn Tage für einen Brief nach Bayern. Ein anderer Leser aus Saarn bekommt gar seit Streikbeginn gar keine Post mehr. Ein Schicksal, das auch Stadtverordneter Jochen Hartmann teilt. Seit Tagen würden etwa keine Unterlagen der Stadt mehr bei ihm im Briefkasten landen.

Doch die Post bleibt bei ihrer Aussage: Ein Tag Verzögerung sei die Regel. Wenngleich, das gesteht Sprecherin Britta Töllner zumindest zu, es eben auch immer die Ausnahmen gebe. Diese langen Verzögerungen seien darauf zurückzuführen, dass jeweils in den Briefzentren, in denen diese Sendungen sortiert worden seien, offenbar eine besonders hohe Streikquote bei den Mitarbeitern herrsche. „Wir können deswegen auch keine lokalen Zahlen liefern“, sagt sie. Für Mülheim etwa könne keine genaue Verzögerungsquote errechnet werden. Da es eben ganz davon abhängig sei, wo die Post aufgegeben worden ist.

Und was ist mit den Briefen der Stadt für Ratsherr Hartmann? „Uns ist von Problemen nichts bekannt“, teilt Stadtsprecherin Anke Degner auf NRZ-Anfrage mit. „Bei uns wird ja täglich sehr viel Post verschickt. Da hätten wir ja viele Reklamationen bekommen müssen.“

76 Prozent der 65 Millionen Briefe, die täglich unterwegs sind, treffen laut Post nun einen Tag später ein.