„Crash Kurs“ für Jugendliche

Im Schnitt geht alle vier Stunden bei der Polizei die Meldung über einen Verkehrsunfall ein, bei dem auch Menschen verletzt worden sind. 2014 trugen 76 Menschen schwere Verletzungen davon, zwei Personen sind gestorben. Jeder von ihnen ist einer zuviel. Daran lässt Dittmar Hoga, der Leiter der Direktion Verkehr, keinen Zweifel. Insofern gilt für ihn: „Wir können nicht zufrieden sein.“ Klar ist aber auch, die Unfallstatistik 2014 weicht vom Vorjahr nur geringfügig ab.

Ein Unfall sticht aber besonders heraus: Eine junge Frau überquert an einem Novembermorgen die Kreuzung am Schloß Broich. Sie wird von einem Kleistransporter überfahren, zwei Stunden später stirbt sie an ihren Verletzungen. Vermutlich war die Ampel für sie rot. Sie hat, so die Ermittlungen, wahrscheinlich auf ihr Smartphone geschaut , zudem hatte sie Kopfhörer im Ohr. Für Hoga zeigt dieses Beispiel, wie sich das Verhalten junger Menschen im Verkehr verändert. Und darauf muss die Polizei reagieren. „Crash Kurs“ heißt ein neues Programm, das sich an Jugendliche ab 16 wendet. „Wir sprechen direkt die Gefühlsebene an. Es treten Angehörige von jungen Leuten auf, die nach einem Verkehrsunfall umgekommen sind. Oder auch Betroffene selbst, die nach einem Unfall schwer verletzt worden sind.“ Hogas Erfahrung: „Das hat Wirkung. Diesen Berichten hören die Jugendlichen aufmerksam zu - da legen sie auch ihr Smartphone weg.“ In der Regel finden solche Veranstaltungen in Kooperation mit Schulen statt, aber auch Unternehmen haben die Polizei schon eingeladen, um ihre Azubis für das Thema zu sensibilisieren.