Ciulli inszeniert Stück für die Ruhrfestspiele

Mit „Rückkehr in die Wüste“ des französischen Autors Bernard-Marie Koltés bringt Roberto Ciulli im Juni eine Koproduktion mit den Ruhrfestspielen in Recklinghausen auf die Bühne. Die Realisierung einer gemeinsamen Inszenierung habe es zuletzt in „der Zeit von Heyme gegeben“, so Ciulli. Hansgünther Heyme war von 1990 bis 2003 Festspielleiter. Nun wird erneut die Brücke zwischen Mülheim und Recklinghausen geschlagen, was Strahlkraft und Beachtung verspricht. Festspielleiter Frank Hoffmann war an Ciulli herangetreten, ein Stück zum Thema Frankreich zu inszenieren, das Land rückt 2015 in den Blickpunkt des Festivals.

Roberto Ciulli hat das Stück „Rückkehr in die Wüste“ von Koltés ausgewählt, „weil dieser Autor zum Theater an der Ruhr passt“. Mit der Gründungsidee, dem Schauspiel aus anderen Ländern, mit anderen Sprachen und Kulturen eine Bühne zu geben. Durch die Attentate in Paris, den Anschlag auf Charlie Hebdo, erhält Koltés Stück tragische Aktualität. Behandelt werden die Auswirkungen von Kolonialismus und Algerienkrieg, die französische Gesellschaft und ihre Beziehung zu den Fremden. „Man hat es nicht geschafft, beide Welten zusammenzubekommen“, sagt Ciulli. Doch auch der Blick nach Italien, wo die rechten Parteien zusehens wachsen würden, oder auch die Pegida-Bewegung in Deutschland zeige, „dass wir in der Mitte von Europa ein großes Problem haben“. Hier sammele sich etwas, so Ciulli, „was gar nicht gut ist“. Premiere: 6. Juni.