Christstollen trifft Ostereier

Eins, zwei, drei. Im Sauseschritt läuft die Zeit. Wir laufen mit. So dichtete schon Wilhelm Busch. Auch wenn der Schöpfer von Max und Moritz, schon vor über 100 Jahren die irdische Rennstrecke verlassen hat, würde ihm auch heute manches zu den scheinbar immer rasanteren Zeitläufen einfallen, was er, allen humorlosen und von ihrer eigenen Unfehlbarkeit besessenen Zeitgenossen, mit Tinte, Tusche und spitzer Feder zu Papier bringen würde. Vortrefflich könnte er auch die modernen Lausbuben schreiben und zeichnen, die uns keine Ruhepause gönnen und den Sauseschritt unseres Lebenslaufes immer schneller machen wollen.

Denn kaum haben wir uns von unseren Weihnachtsbäumen verabschiedet und knabbern noch an den letzten Weihnachtsplätzchen, da sah ich jetzt bei meinem Wochenendeinkauf die ersten gefärbten Eier. Haben wir etwa schon Ostern? Ich dachte immer der Karneval kommt vor der Fastenzeit, auf die dann Ostern folgt. Aber mal langsam. Vielleicht waren die bunten Eier ja keine Vorboten des Osterhasens, sondern nur ein Hinweis darauf, dass das Leben zu jeder Zeit bunt sein kann und man auch im Januar nicht alles Grau in Grau sehen muss.